Donnerstag, 5. Juli 2001

Fünfter WM-Titel für Michael Schumacher

  • Sieg im Frankreich-GP vor Räikkönen und Coulthard
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Michael Schumacher hat es geschafft! Mit einem Sieg beim Großen Preis von Frankreich in Magny Cours sicherte sich der Ferrari-Star vorzeitig seinen fünften Weltmeister-Titel und stieg damit endgültig in den Rang einer Motorsport-Legende auf. Für den Deutschen ist es der dritte Titel in Folge.

Michael Schumacher ist zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister. Der Ferrari-Star feierte am Sonntag in Magny-Cours im elften Saisonlauf vor den beiden McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen und David Coulthard den bereits achten Sieg und ist damit in den noch ausstehenden sechs Rennen in diesem Jahr nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. 62 Punkte beträgt Schumachers Vorsprung nach dem insgesamt 61. GP-Triumph seiner Karriere auf den kolumbianischen Williams-BMW-Piloten Juan Pablo Montoya, der in Frankreich nur Vierter wurde.

Weltrekord!
Der 33-jährige Deutsche hat damit den nächsten Weltrekord aufgestellt, denn bisher hat es niemand geschafft, bereits im Juli bzw. nach 64,7 Prozent der Saison vorzeitig als Champion der Königsklasse des Motorsports festzustehen. Mit dem fünften Fahrertitel egalisierte der Rheinländer zudem den Rekord des Argentiniers Juan Manuel Fangio (1951 und 1954 bis 1957), dem es bisher als einzigem gelungen war, fünf Mal Formel-1-Weltmeister zu werden.

"Ich liebe euch alle!"
"Mir fehlen die Worte in solchen Situationen, wie man ja aus der Vergangenheit schon weiß", lautete der erste Kommentar des bei der Siegerehrung von Tränen übermannten Champions nach seiner Triumphfahrt in einem von zahlreichen Durchfahrtsstrafen und extremer Spannung gekennzeichneten Rennen. "Dieser Moment ist einfach unbeschreiblich. Nach Überfahren der Ziellinie hatte ich einen unglaublichen Gefühlsausbruch, da ist mit einem Schlag der ganze Druck von mir abgefallen. Ich danke dem ganzen Team, dass diese Leistung möglich gemacht hat. Ihr seid alle fantastisch und ich liebe Euch alle!"

Peinlich: Barrichello blieb aufgebockt
Es war ein Happy End für die Scuderia, der vor dem Start in die Aufwärmrunde ein unglaublicher Fauxpas unterlaufen war: Die Mechaniker vergaßen in der Hektik um den designierten Weltmeister Schumacher, der buchstäblich in letzter Minute ins Ersatzauto umgestiegen war, auf Rubens Barrichello, der nicht losfahren konnte, weil sein Bolide noch immer auf dem dritten Startplatz aufgebockt war.

Erste Stopps brachten keine Entscheidung
Während der angesichts dieser Dorfwerkstattszenerie verständlicherweise extrem wütende Brasilianer wenig später, ohne einen Meter gefahren zu sein, in der Box wegen Elektronikproblemen aufgeben musste, erwischte Pole-Mann Montoya den besten Start und führte das nur 18 Fahrer umfassende Feld vor Schumacher und Räikkönen im McLaren-Mercedes in die erste Kurve. An dieser Reihenfolge an der Spitze änderte sich erst etwas nach den ersten Boxenstopps. Während Montoya bereits in Runde 24 beim planmäßigen Nachtanken und Reifenwechseln in 8,4 Sekunden abgefertigt wurde, blieb "Schumi" noch zwei weitere Runden, die er voll am Limit fuhr, draußen und überholte so den Kolumbianer, obwohl auch die Ferrari-Box 8,4 Sekunden benötigte.

Drive-through-Strafe für Schumacher
In der Folge setzte sich Schumacher zwar mit Leichtigkeit von der Konkurrenz ab, aber eine Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse wegen zu frühen Überfahrens der weißen Linie bei der Boxenausfahrt warf ihn nach 35 Runden an die dritte Stelle hinter Montoya und Räikkönen zurück. Acht Runden später kam dann der führende Südamerikaner an die Box, diesmal für 11,6 Sekunden, weil er sehr viel Sprit für die verbleibende Distanz aufnehmen musste. In Runde 48 folgte Schumacher und blieb nach 8,8 Sekunden Abfertigungszeit vor Montoya, doch hinter Räikkönen, der sogar nur 8,7 Sekunden an der Box benötigte.

Räikkönen bis kurz vor Schluss voran
Danach deutete schon alles auf eine Vertagung der WM-Entscheidung bis zum nächsten Sonntag in Hockenheim hin, da Räikkönen zunächst souverän die Führung verteidigte. "Auch ich habe in dieser Situation nicht mehr an den Titel geglaubt, aber trotzdem weiter Druck auf Kimi ausgeübt", berichtete Schumacher, was ihm zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf gegangen war. Und dieser Schlussangriff machte sich bezahlt, denn fünf Runden vor Rennende, rutsche der Finne wegen einer Ölspur von der Ideallinie ins Kiesbett ab und "Schumi" zog innen vorbei. "Danach habe ich auf einmal den ganzen Druck gespürt und mir nur noch gesagt. 'Mach jetzt bloß keinen Fehler!'", erinnert sich der alte und neue Champion nach dem schnellsten Titelcoup der Formel-1-Geschichte.

Räikkönen, der bereits im Qualifying mit Platz vier das beste Ergebnis seiner Karriere erreicht hatte, trauerte natürlich dem verpassten Premierenerfolg nach: "Ich bin kurz vor Start und Ziel auf einer Ölspur ausgerutscht. Durch diesen Fehler haben wir das Rennen verloren. Schade!"

5.7.2001 14:28
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