Regen unterbricht Semifinal-Match

Der erste Wimbledon-Finalist heißt Patrick Rafter: Der Australier schlägt Andre Agassi in einer Fünf-Satz-Schlacht 2:6, 6:3, 3:6, 6:2 und 8:6. Das Spiel zwischen Tim Henman und Goran Ivanisevic musste wegen Regens auf Samstag verschoben werden.
Die Entscheidung im zweiten Herren-Halbfinale bei den All England Tennis-Championships zwischen Tim Henman (GBR-6) und Goran Ivanisevic (CRO) ist auf Samstag verschoben worden. Die Partie war am Freitag beim Stand von 5:7,7:6 (8/6),6:0,2:1,30:40 aus Sicht Henmans bei Aufschlag Ivanisevic wegen Regens unterbrochen worden.
Rafter zum zweiten Mal in Folge im Finale
Der Australier Patrick Rafter steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des Tennis-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon. Der als Nummer drei gesetzte 28-Jährige besiegte am Freitag im ersten Herren-Semifinale den US-Amerikaner Andre Agassi (2) nach 2:59 Stunden 2:6,6:3,3:6,6:2,8:6. Dieses Duell war das dritte Semifinal-Kräftemessen der Beiden im englischen Tennis-Mekka en suite. Vor zwei Jahren hatte sich Agassi durchgesetzt, Rafter stellte in diesem speziellen Vergleich nun auf 2:1.
2. Chance für Rafter
Im Finale waren sie freilich beide jeweils an Pete Sampras gescheitert. Dass Rafter nun seine zweite Chance auf den vielleicht wertvollsten Titel im Welt-Tennis bekommt, schien während der Partie des öfteren äußerst unwahrscheinlich. Der 92er-Champion Agassi fand bei drückender Schwüle besser ins Match, doch Rafter besann sich seiner Qualitäten und kämpfte sich in beeindruckender Manier gleich zwei Mal nach Satzrückstand zurück.
Vor allem sein Break zum 4:2 im vierten Durchgang brachte Agassi in Rage. Er wähnte einen Return des "Aussies" im Aus - doch da irrte er. Dennoch echauffierte er sich noch beim Seitenwechsel und kassierte prompt mit einem Aufschlagverlust den 2:2-Satzausgleich.
Schiri bringt Agassi auf
Nach einer umstrittenen Entscheidung im vierten Satz war Agassi aufgebracht, der 31-Jährige beruhigte sich zwar wieder und schien nach einem schnellen Break im fünften Satz endgültig auf der Siegesstraße. Als er aber zum Matchgewinn aufschlug und nur noch zwei Punkte vom Triumph entfernt war, schaffte Rafter das Rebreak zum 5:5. Dann ging es mit dem Service, ehe sich der zweifache US-Open-Sieger bei 7:6 drei Matchbälle erarbeitete. Zwei davon wehrte Agassi noch ab, der darauf folgende Rückhand-Passierschlag saß aber.
Rafter war nach der Entscheidung zu seinen Gunsten außer sich vor Freude: "Ich kann es noch gar nicht glauben. Andre hatte im frühen fünften Satz eine Reihe von Möglichkeiten, mich auszuschalten. Aber er hat's nicht gemacht, also fühl' ich mich sehr, sehr glücklich." Das Niveau dieser Vorschlussrunden-Begegnung hatte zeitweise die Klasse des Halbfinal-Thrillers vom Vorjahr, vor allem die Sätze zwei und drei wurden auf sehr hohem Niveau gespielt.
Agassi war natürlich sehr enttäuscht: "Ich habe eine Riesen-Chance verpasst, ich könnte mich ohrfeigen. Je näher du am Sieg bist, desto härter ist es, die Niederlage zu akzeptieren. Aber Pat spielte am Schluss die entscheidenden Punkte besser. Er verdient es, im Finale zu sein." Für Rafter wird das Finale am Sonntag vermutlich sein letzter Wimbledon-Auftritt sein, wobei er auf Tim Henman (GBR-6) oder Goran Ivanisevic (CRO) treffen wird.
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