Neues Transfersystem wird in Brasilien beschlossen

Das Exekutiv-Komitee des internationalen Fußball-Verbandes FIFA hat ein neues Transfersystem gebilligt, das überraschend auch ein Verbot internationaler Transfers für Spieler unter 18 Jahren vorsieht. Die Reform sei von der Exekutive in dieser Form einstimmig gutgeheißen worden, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter nach einer sechsstündigen Sitzung in Buenos Aires. Hauptziel der jüngsten Revision sei es, die Jugend zu schützen, meinte der Schweizer.
Laut Blatter wird das neue System zwei Wochen nach Notifizierung aller Nationalverbände, "spätestens aber am 1. September" in Kraft treten. "Wir hoffen aber, dass es schon Anfang oder Mitte August so weit sein wird", sagte er. Am Samstag muss der FIFA-Kongress in Buenos Aires noch den Artikel 63 des Verbandstatuts ändern, damit das neue FIFA-Schiedsgericht gegründet werden kann, das in Transfer- Streitfällen schnell schlichtend eingreifen soll.
Es sieht unter anderem auch vor, dass für Spieler bis zu 23 Jahren ein System zur Berechnung von Trainings- und Ausbildungsentschädigungen entwickelt wird, von dem vor allem kleinere, finanzschwache Klubs profitieren sollen.
Der Kernpunkt des neuen Systems ist aber, dass Verträge mit Spielern bis zum Alter von 28 Jahren drei Jahre geschützt sind und nicht einseitig gekündigt werden dürfen. Bei Spielern über 28 Jahren sind die Verträge zwei Jahre geschützt. Die Spieler werden außerdem pro Saison grundsätzlich nur einmal wechseln dürfen. Es können Verträge mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahren abgeschlossen werden. Für Vertragsbrüche wird es einen Strafenkatalog geben, unter anderem auch für die eventuell daran beteiligten Spielervermittler. Sollte ein Spieler etwa während der "geschützten Zeit" kündigen und zu einem anderen Klub wechseln, kann er bis zu vier Monate, im Wiederholungsfall bis zu sechs Monate gesperrt werden.
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