Meister Chrysler Vikings gegen Bergamo Lions

Die Chrysler Vikings wurden am Samstag auf der Hohen Warte von den Bergamo Lions aus den Träumen gerissen. Ihr Ziel war es, als erste österreichische Football-Mannschaft die Eurobowl zu holen. Aber trotz der 11:28-Niederlage gegen den Titelverteidiger überwog beim österreichischen Meister die Freude über das Erreichte.
"Das war ein Freudentag für uns. Überwältigende Zuschauerzahlen, TV-Liveübertragung - was will man mehr", erklärte Vikings-Manager Alfred Neugebauer.
Von den Synergie-Effekten des groß aufgezogenen Finales vor 6.500 Zuschauern in Party-Stimmung würden die Wiener auch in Zukunft noch stark profitieren, ist Neugebauer überzeugt. "Mit dem heutigen Tag hat für das österreichische Football das neue Jahrtausend begonnen. Durch unsere Erfolge und die damit verbundene verstärkte Medien-Präsenz wird unsere Nachwuchs-Abteilung noch stärkeren Zulauf haben", meinte er.
Hervorragendes Solo von Quarterback Chris Calaycay
Wenn die Wiener Idealisten-Truppe, deren Spieler sogar für den jährlichen Mitgliedsbeitrag von 2.400 selbst aufkommen, gegen die mit US-Legionären gespickte italienische Mannschaft auch weitgehend chancenlos waren und zum ersten Mal seit dem 20. Mai des Vorjahres (16:43 bei den Hamburg Red Devils) als Verlierer vom Platz gingen (auf nationaler Ebene sind die "Wikinger" seit drei Jahren ungeschlagen), sorgte dennoch ein Vikings-Spieler für den Höhepunkt des Spiels. Quarterback Chris Calaycay ließ den österreichischen Meister mit einem sehenswerten Sololauf über 65 Yards noch einmal hoffen, die darauf verwandelte Two-Point-Conversion brachte die Vikings kurzzeitig auf 11:14 heran.
Dabei war der 25-jährige US-Amerikaner bis März eigentlich nur Defense-Coach, musste dann aber für Brian Traeger einspringen, der zurück in die USA gereist war, weil seine Freundin in der siebenten Woche schwanger war. "Normalerweise kommt man mit dem zweiten Quarterback gar nicht so weit", erklärte Neugebauer.
Die Sturmläufe von Lions-Starspieler Tyrone Rush konnte freilich auch Calaycay nicht verhindern. Die starke Leistung des US-Legionärs war der Hauptgrund dafür, dass die "Löwen" nie ernsthaft in Gefahr gerieten. Aber trotz des sichtbaren Klassenunterschieds haben die "Wikinger" Appetit auf mehr bekommen. "Nächstes Jahr gewinnen wir die Eurobowl", ist Klub-Präsident Karl Wurm überzeugt.
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