Samstag, 7. Juli 2001

Trimble sieht Friedensprozess pessimistisch

Vor der Parade des Oranier-Ordens in Portadown hat die britische Armee den Teil der Strecke durch das katholische Viertel abgesperrt. Soldaten errichteten am Samstag entlang der Strecke eine mehrere Kilometer lange Stacheldraht-Barriere und sperrten die katholische Garvaghy Road mit einer Stahlwand ab.

Anlässlich des Traditionsmarschs, bei dem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausschreitungen kam, wurden hunderte Sicherheitskräfte in der Stadt zusammengezogen.

Am Sonntag wollen mehrere Tausend Mitglieder des Ordens durch das Zentrum von Portadown zur anglikanischen Kirche auf dem Hügel von Drumcree ziehen. Seit 1998 wird ihnen jedoch auf dem Rückweg das Durchqueren der katholischen Garvaghy Road verwehrt.

Der zurückgetretene nordirische Regierungschef David Trimble appellierte an die Protestanten, friedlich zu bleiben.

Trimble äußerte sich pessimistisch über die Verhandlungen zur Rettung des Friedensprozesses, die kommende Woche in England aufgenommen werden sollen. Er werde nicht mehr auf Worte der katholischen Partei Sinn Fein hören, sondern nur noch Taten der Irisch Republikanischen Armee (IRA) akzeptieren.

Trimble war zurückgetreten, weil die IRA entgegen dem Karfreitagsabkommen nicht mit ihrer Entwaffnung begonnen hat. Falls bis zum 12. August kein neuer Regierungschef bestimmt ist, wird die Regierung aufgelöst.

7.7.2001 19:04