"Das bin doch gar nicht ich"

Monika Forstinger, 37, wurde vergangenen November als Nachfolgerin von FP-Verkehrsminister Michael Schmid angelobt. Die frühere Managerin des Papierkonzerns SCA wird ihren Ruf als Problemministerin nicht los. Sie spricht über ihre Pannen, Stöckelschuhe, Miniröcke, Sicherheitstüren, ungebetene Verfolger, Wohnungssuche und Herrn Prinzhorn.
FORMAT: Frau Forstinger, Sie haben Ihre erste politische Saison hinter sich gebracht. Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Sommerpause?
FORSTINGER: Im Verkehrsbereich gibt es nur langfristige Projekte, die man nicht in Jahreszeiten messen kann. In der Sommerpause werde ich weitere Projekte strategisch vorbereiten. Da habe ich dann mehr Zeit dafür. Es ist angenehmer, wenn es ein bißchen ruhiger wird.
FORMAT: Wir wollen vor allem über Ihr Image als blaue Problemministerin reden.Wie ist das entstanden?
FORSTINGER: Das sagen Sie. Ich erkenne mich in den öffentlichen Darstellungen nicht wieder. Ich denke mir oft: Das bin doch gar nicht ich. FORMAT: In welchen Bereichen vor allem?
FORSTINGER: Meine soziale Kompetenz wird in manchen Artikeln angezweifelt. Während meiner gesamten beruflichen Karriere habe ich mich unter anderem besonders für Frauen am Arbeitsplatz eingesetzt. Und nach einer Woche als Ministerin ist medial meine angebliche soziale Inkompetenz herausgestrichen worden. Da habe ich mir gedacht: Wo kommt das her? Wird das nur deswegen geschrieben, weil ich eine Frau und daher verletzlich bin?
FORMAT: Wie kann so ein Image in so kurzer Zeit entstehen? Werden Sie von Männern in Ihrem Umfeld verfolgt, war es der Beamtenapparat?
FORSTINGER: Nach vierzehn Tagen ist schon der erste Artikel „Sickl zum Quadrat“ erschienen. Ich habe das damals nicht so ernst genommen. Tatsache war, daß ich mich mit dem Kabinettschef meines Vorgängers nicht so gut verstanden habe. Und dann gab es einige Vorkommnisse, wo ich keine weitere Basis für eine Zusammenarbeit sah.
FORMAT: Die medialen Vorschußlorbeeren waren schnell verbraucht.
FORSTINGER: Ich habe mich gefreut über meinen Einstieg. Dann kam gleich die Katastrophe in Kaprun. Ich habe keine Zeit gehabt, mich den unhaltbaren Vorwürfen gegen mich zu widmen und habe ihnen anscheinend zuwenig Bedeutung zugemessen.
FORMAT: Gehen wir die Vorwürfe konkret durch: Haben Sie Mitarbeiterinnen im Kabinett verboten, Stöckelschuhe und Miniröcke zu tragen?
FORSTINGER: Das stimmt nicht. Ich habe nur gesagt, daß unsere Böden im Ministerium so glatt sind. Und da ist es nicht angenehm, wenn wir mit unseren Stöckelschuhen schnell laufen, weil die so laut klappern.
FORMAT: Sie tragen jetzt auch Stöckelschuhe.
FORSTINGER: Ja, eben. Ich habe auch nie gesagt, daß man keine Miniröcke tragen darf. Aber wir im Kabinett müssen uns schon so präsentieren, daß wir Gäste empfangen können.
Lesen Sie im aktuellen FORMAT, was Monika Forstinger noch zu Stöckelschuhen, Prinzhorn und ihren Pannen zu sagen hat.
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