Donnerstag, 5. Juli 2001

Proteste gegen "unerwünschte Person" erwartet

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon ist zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt zu einem Besuch in Deutschland eingetroffen. Nach einer Zusammenkunft mit Bundespräsident Johannes Rau ist ein Empfang durch Bundeskanzler Gerhard Schröder mit militärischen Ehren im Berliner Kanzleramt geplant.

Am Nachmittag wollen Sharon und Schröder zum Gedenken an jüdische NS-Opfer Kränze am Mahnmal Grunewald niederlegen.

Am Abend soll Sharon zu einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac nach Paris weiterreisen. Der Deutschland-Besuch Sharons war ursprünglich Anfang Juni vorgesehen. Wegen des Selbstmordanschlags eines Palästinensers vor einer Discothek in Tel Aviv, bei dem 21 Israelis starben, verschob er den Besuch.

Verschiedene Organisationen kündigten in Paris Protestkundgebungen an, die ihren Angaben zufolge unter dem Titel "Sharon, persona non grata" (unerwünschte Person) laufen sollen. Die Kritik richtet sich in erster Linie auf die Beteiligung Sharons an dem Blutbad in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Chatila in Libanon, wo 1982 etwa 1.500 Menschen ums Leben kamen. Während dieser Zeit war Sharon Verteidigungsminister Israels. Die Organisatoren forderten in diesem Zusammenhang rechtliche Schritte gegen Sharon, wie es bereits in Belgien der Fall sei.

5.7.2001 10:37