Dienstag, 3. Juli 2001

Angeblich Einigung über Räumung von 15 Siedlungen

Israel will ungeachtet der jüngsten gewaltsamen Zwischenfälle an der Waffenruhe mit den Palästinensern festhalten, jedoch gezielte Angriffe auf militante Palästinenser verstärken. Dies beschloss Ministerpräsident Ariel Sharon nach Medienberichten am Dienstag gemeinsam mit seinem engsten Ministerkreis in Tel Aviv.

In der Nacht zum Dienstag war im südlichen Westjordanland die Leiche eines offenbar von Palästinensern erschossenen jüdischen Siedlers gefunden worden. Der Mann aus der Siedlung Sussia war bei Hebron mit seiner Schafherde unterwegs gewesen.

Der israelische Oppositionsführer Yossi Sarid rief angesichts der neuen Gewalt die USA und die Europäische Union dazu auf, sofort eine internationale Beobachtertruppe einzurichten. Nur eine solche Truppe könne die Waffenruhe retten, indem sie in den Palästinensergebieten Verstöße beider Seiten gegen die unter US-Vermittlung erzielten Vereinbarungen überwache.

Israelische Medien berichteten am Dienstag, Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser habe während eines Geheimtreffens mit Vertretern des Siedlerrats die Räumung von 15 isoliert gelegenen Siedlungs-Außenposten im Westjordanland vereinbart.

3.7.2001 11:09