Motto: "Grenzen einreißen, Europareife einfordern"

Europride 2001: DIE BESTEN BILDER
250.000 Personen nahmen am Samstag an der Regenbogenparade 2001 auf der Wiener Ringstraße aktiv oder als Schaulustige teil. Inhaltliches Ziel der bunten Demonstration ist, dass "die Rechte, für die wir eintreten, überall gelten", erklärte Veit Georg Schmidt, Präsident des Christopher Street Day Komitees in Wien. Die Rechte, das sind die Abschaffung diskriminierender Gesetze und die Gleichstellung mit Heterosexuellen in wirtschaftlichen Belangen.
Tausende Teilnehmer fanden sich zur Regenbogenparade 2001 auf der Wiener Ringstraße ein. "Grenzen einreißen! Europareife einfordern!", lautete das Motto der Veranstaltung. Etwa 30 Trucks mit Soundanlagen waren "andersrum" unterwegs. Bei schwülem Wetter dominierten knappe und schrille Outfits. Stargäste wie Lilo Wanders ("Wa(h)re Liebe") sowie "Mama" Robert und Magenta, Teilnehmer der ersten Staffel von "Taxi Orange", mischten sich unter die Massen.
Sogar Teilnehmer vom Lobauer FKK-Gelände abgeholt
Schon im Vorfeld der Parade, diesmal erstmals im Rahmen der Europride, waren auf den Wiener Straßen zahlreiche mit den Regenbogensymbolen geschmückte Pkw und Motorräder zu sehen. Sogar vom FKK-Gelände der Lobau wurden Teilnehmer abgeholt. Zuschauer ließen sich spontan zum Mitmachen anregen, auch sie trugen Regenbogenfahnen. Viele labten sich vor dem - leicht verspäteten - Start noch schnell in den umliegenden Schanigärten: Touristen mit einer Gruppe Gay-Boys an einem Tisch vereint gaben ein stimmungsvolles Bild ab.
Dominierende Bekleidung: Tops und Shorts
Was die Bekleidung der Teilnehmer anging, dominierten Tops und Shorts. Vereinzelt reichte ein Lederriemen oder ein Fell-Lendenschurz, um wenigstens ein paar Zentimeter Haut zu verdecken. Originell waren die Trucks aufgeputzt: Von der Laube bis zum Spukschloss reichte die Palette. Ein anderer Lkw mit Mitfahrern aus der Lack- und Fetischszene präsentierte sich wiederum ganz in schwarz gehüllt. 90 Gruppen aus 13 Ländern beteiligten sich.
100 Lesben- und Schwulengruppen aus ganzer Welt dabei
Rund 100 Lesben-, Schwulen- und Transgendergruppen aus 13 Ländern waren angereist. Den weitesten Weg hatten Mitwirkende aus Riga und New York zurückgelegt. Viele Kiebitze schlossen sich spontan dem bunten Umzug an. "Die Rechte, für die wir eintreten, sollen überall gelten", hatten die Organisatoren im Vorfeld erklärt. Gemeint waren die Abschaffung diskriminierender Gesetze und die Gleichstellung mit Heterosexuellen in wirtschaftlichen Belangen.
Gedenken an AIDS-Opfer
Mit einer Minute Stille, gedachte man um 16.30 Uhr der Opfer von AIDS und homophober Gewalt. Bei der Fortsetzung der Parade riss ein Truck in "Pole-Position" als Symbol für das Motto der Veranstaltung eine schwarze Mauer mit einem Verbotsschild nieder.
Politischer Aspekt
Bei der "Celebration" auf dem Heldenplatz im Anschluss an den Umzug kamen Politiker, Vertreter der einzelnen Organisationen sowie schwule und lesbischen Stars bzw. solidarische Künstler zu Wort. Die Weather Girls standen als Höhepunkt der musikalischen Darbietungen auf dem Programm. Neben Dagmar Koller traten u.a. der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, und Nationalratspräsident Heinz Fischer (SPÖ) ans Rednerpult.
Abschlussveranstaltung ab 22 Uhr im MQ
Die Abschlussveranstaltung ab 22.00 Uhr im Museumsquartier stand u.a. unter dem Motto "party baroque". Nach einem Feuerwerk zur Begrüßung wurde die Europride Night ausgiebig gefeiert werden. Abtanzen auf drei Floors war angesagt.
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