Donnerstag, 28. Juni 2001

"Artificial Intelligence", "Matrix 2"... nicht kindgerecht

An den Börsen gibt es in letzter Zeit immer häufiger sogenannte Gewinnwarnungen. In Hollywood hingegen gibt es seit neuestem die "Kinderwarnungen".

Nachdem in der vergangenen Woche Actionstar Jet Li ("Romeo must die") Eltern darum gebeten hatte, ihre Kinder nicht mit in seinen neuen Martial-Arts-Streifen "Kiss of the Dragon" zu nehmen, schließen sich dieser Tage die Produzenten Kathleen Kennedy für "A.I. – Artificial Intelligence" und Joel Silver für die "Matrix"-Fortsetzungen an.

Kennedy wünscht sich, dass mehr Eltern die empfohlenen Altersgrenzen für den Besuch beachten würden. "Der Film ist für Kinder ab 13 Jahren hervorragend geeignet. Aber für Kids zwischen 8 und 13 Jahren... das ist fraglich", so die langjährige Produzentin von Steven-Spielberg-Filmen. "Ich denke – und Steven sieht es genauso – gerade weil es ein Film von ihm ist, viele meinen könnten, dass es sich um einen Kinderfilm handelt. Doch genau das ist er nicht."

Die Argumentation von Kathleen Kennedy ist leicht nachzuvollziehen, denn immerhin handelt es sich bei der Geschichte eines Roboterjungen, der ein Mensch sein möchte, um das Vermächtnis von Altmeister Stanley Kubrick ("Eyes Wide Shut"). Und der hat nun wirklich keine Kinderfilme inszeniert.

Altersbeschränkungen als Teaser?
Nicht weniger eindringlich weißt Action-Produzent Joel Silver darauf hin, dass man sich die US-Altersbeschränkung "R-17" (jeder unter 17 Jahren darf nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Kino) für die "Matrix"-Fortsetzungen ganz bewusst eingehandelt hat: "Diese Filme sind einfach nichts für Kinder und ich bin froh darüber. Die Altersbeschränkung hat schon ihren guten Grund."

Allerdings sagte Silver auch deutlich, dass es ihm darum geht, seine Filme im Hinblick auf die Darstellung von Gewalt so zu produzieren, wie es für den Film das Beste ist. Wenn es dann eine entsprechende Beschränkung für junge Zuschauer gäbe, so nehme er dieses in Kauf. Zwar fährt ein Film mit einer "R-17"-Beschränkung in der Regel bis zu 15 Prozent weniger ein, doch andererseits lockt ja bekanntlich gerade das Verbotene. Merke: Nicht alle "Kinderwarnungen" sind ausschließlich von edlen Motiven getrieben.

28.6.2001 13:46

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