Martin Scorsese-Skandalfilm (Do, ATV, 20.15 Uhr)

Jesus (Willem Dafoe) halluziniert in seiner letzten halben Stunde am Kreuz darüber, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er sich auf die Liebe zu Maria Magdalena (Barbara Hershey) eingelassen. Ein Meisterwerk!
Um es vorweg festzuhalten: Dies ist ein so genannter Skandalfilm, da er den am Kreuze hängenden Jesus (Willem Dafoe) in seiner letzten halben Stunde halluzinieren lässt, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er es nicht als Messias geführt, sondern sich auf die Liebe zu Maria Magdalena (Barbara Hershey) eingelassen.
Jene, die dies fulminante Leinwanddrama des katholisch erzogenen Martin Scorsese einst als „Teufelswerk“ abqualifizierten, blendete fundamentalistische Bigotterie – oder sie sahen es gar nicht. Faszinierend ist die neue Interpretation des Judas (Harvey Keitel): Er ist hier kein Verräter, sondern ein politischer Kämpfer, der Jesus Christus dazu zwingen möchte, seinen Weg zu Ende zu gehen.
Ein Meisterwerk – nicht zuletzt wegen der eindrucksvollen Fotografie und der opulenten Bildsprache des Kamera-Genies Michael Ballhaus.
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