Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2001 vorgelegt

In Österreich werden immer mehr Abfälle gesammelt und verwertet. Das geht aus dem Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2001 hervor, der auf landesweit erhobenen Daten aus dem Jahr 1999 basiert.
Das Papier wurde von Landwirtschafts- und Umweltminister Wilhelm Molterer (V) dem Nationalrat übermittelt. "Besonders erfreulich" sind für den Minister die Zuwachsraten bei der getrennten Sammlung und Verwertung. Die getrennte Erfassung von Altstoffen wurde demnach von 1996 bis 1999 (auf diesen Zeitraum bezieht sich der Abfallwirtschaftsplan) um 24 Prozent von 1,263.000 auf 1,562.000 Tonnen gesteigert.
Kunststoff plus 11 %, Biomüll plus 33 %, Metall plus 16 %
"Bemerkenswert" sind laut Molterer die Sammelraten bei Kunststoff (plus elf Prozent auf 100.000 Tonnen), bei Biomüll (plus 33 Prozent), Textilien (plus 17 Prozent) und Metall (plus 16 Prozent). Aber auch die "ohnehin hohen" Sammelmengen von Papier konnten um 23 Prozent gesteigert werden. Das Restmüllaufkommen blieb mit einem Anstieg von zwei Prozent nahezu stabil.
Die Mengen an Rest- und Sperrmüll, die direkt und unbehandelt auf die Deponie gelangten, sind von 887.000 auf 884.000 Tonnen gesunken. Und das, obwohl die anfallenden Gesamtmengen um 321.000 Tonnen (zwölf Prozent) auf 3,096.000 Tonnen gestiegen sind.
Größter Anteil am Abfall: Bodenaushub
"Rein zahlenmäßig" ist das gesamte Abfallpotenzial von rund 46,5 Millionen auf 48,6 Millionen Tonnen gestiegen. Das beruhe nicht unbedingt auf einer tatsächlichen Zunahme, sondern auf einer verbesserten statistischen Erfassung mengenmäßig bedeutsamer Abfallfraktionen. Mit 41 Prozent stellt Bodenaushub, der überwiegend unbedenklich ist und verwertet wird, den größten Anteil aller Abfallarten dar.
1,000.000 Tonnen gefährlicher Abfall
Den Anteil an gefährlichen Abfällen beziffert der Bericht mit 1,000.000 Tonnen. Die Notwendigkeit zusätzlicher Verbrennungskapazitäten für gefährliche Abfälle wird in dem Papier nicht gesehen.
Ab 2004 darf in Österreich nur noch thermisch oder mechanisch-biologisch vorbehandelter Abfall deponiert werden. Trotz zahlreicher Planungen zur Errichtung entsprechender Anlagen seien Bemühungen zur Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Fristen noch massiv zu verstärken. Dabei sind dem Bericht zufolge Länder und Abfallwirtschaftsverbände ebenso wie Gewerbe und Industrie gleichermaßen gefordert. Möglichen Spekulationen nach einer Aufweichung der Bestimmungen der Deponieverordnung oder der Umsetzungsfristen erteilte Molterer eine Absage.
Höhere Altlastensanierungsbeiträge
Bei den Altlastensanierungsbeiträgen konnte ein Trend nach oben festgestellt werden. Von diesen wurden 2000 gegenüber 1999 um elf Prozent mehr eingehoben. Im Vorjahr waren es 971 Millionen Schilling (1999: 878 Millionen). Der Großteil dieser Mittel sei bereits für konkrete Altlastensanierungsprojekte zugesichert, so Molterer.
Von den 158 im Altlastenatlas als sanierungsbedürftig ausgewiesenen Standorten sind 53 entweder gesichert oder saniert, hieß es. An 57 weiteren laufen bereits entsprechende Maßnahmen.
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