Samstag, 30. Juni 2001

SPEZIAL: EURO-EINFÜHRUNG AM 01.01.2002

Die Österreicher sollen schon im Vorfeld der Umstellung ein Gefühl für die neue Währung entwickeln. Deshalb spricht sich die österreichische Kreditwirtschaft für die Ausgabe von "Euro-Banknoten-Startpaketen" analog zu jenen für Euromünzen aus. Die österreichischen Kreditinstitute fordern, dass auch Banknoten zumindest ab Weihnachten an die Österreicher ausgegeben werden.

Dies sagte Walter Rothensteiner, Obmann der Bundessektion Kredit in der Wirtschaftskammer und Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank (RZB) am Freitag bei einer Konferenz zum Abschluss der Euro-Informationstage in Wien.

Die Euro-Münzpakete im Gegenwert von 200 S (14,5 Euro) können ab 15. Dezember 2001 bei Banken und Postämtern erworben werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich darauf festgelegt, Euro-Banknoten nicht vor dem 1. Jänner 2002 in Umlauf zu bringen. Er hofft in der Frage der Banknotenvorverteilung nach wie vor auf "europäische Einsicht", so Rothensteiner. Bei der Banknotenausgabe, die nach derzeitigen Plänen vor allem über Bankomaten erfolgen wird, könnte es in der Silvesternacht vor allem an stark frequentierten Standorten trotz "randvoller Befüllung" zu Problemen kommen.

Erwartet wird von den Banken auch eine "Münzflut" zu Beginn der Euro-Bargeldumstellung. Die Konsumenten würden wegen der Ungewohnheit der neuen Währung zuerst wohl eher mit Banknoten als mit Münzen zahlen, meint Rothensteiner. Geraten wird auch zur verstärkten Verwendung von "Plastikgeld", also Kreditkarten, Bankomatkarten und elektronischer Geldbörse.

Die Euro-Umstellung könnte vielleicht die Änderung der Zahlungsgewohnheiten der Österreicher beschleunigen. Derzeit liegt der Anteil der Barzahlung in Österreich noch immer bei mehr als 90 Prozent. Vor einigen Jahren lag er allerdings noch bei 94 Prozent, was für Rothensteiner aber nur ein "schwacher Trost" ist. Rothensteiner verwies in diesem Zusammenhang auch auf verschiedene Aktionen, die die Ausstattung der Handelsbetriebe mit POS-Kassen (Bankomatkassen und Kreditkartenterminals) unterstützen.

Den Konsumenten rät die österreichische Kreditwirtschaft, sich schon vor dem Zeitpunkt der Bargeldumstellung von überschüssigen Münzreserven zu befreien. Sollten größere Bargeldmengen umgetauscht werden, wird empfohlen, einen Termin mit dem Bankbetreuer zu vereinbaren. Rothensteiner wies auch darauf hin, dass ab einer Menge von 200.000 gemäß den Geldwäschebestimmungen ein Ausweis vorgelegt werden muss.

Wichtig sei auch, schon im Vorfeld der Umstellung ein Gefühl für die neue Währung zu entwickeln.

30.6.2001 08:28