Freitag, 29. Juni 2001

Österreichs Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Österreichs Wirtschaft, die 2000 noch preisbereinigt um 3,3 Prozent gewachsen ist, tritt seit Beginn des zweiten Quartals im heurigen Jahr deutlich langsamer in die Pedale. Ursachen sind einerseits die von der schwachen US-Wirtschaft ausgelöste Konjunkturschwäche in Europa und die hohen Energiekosten, die die Haushaltseinkommen und damit die Konsumnachfrage schmälern.

Im abgelaufenen Jahr hatte Österreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 3,3 Prozent zugelegt. Als Ursachen für die Abschwächung werden vor allem die starke Wachstumsverlangsamung in den USA und Deutschland sowie die hohen Energiekosten gesehen.

Die europäische Konjunktur konnte sich dem Einbruch in den USA nicht wie ursprünglich erhofft entziehen und wird heuer um höchstens 1 3/4 Prozent wachsen, nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Als Ursache dafür wird eine Dämpfung des Außenhandels und die Ausstrahlung über die internationalen Finanzmärkte gesehen. Angesichts zögernder Reaktionen der Wirtschaftspolitik schließt das Wifo eine weitere Verschärfung der Entwicklung in Europa nicht aus.

Da sich der Preisauftrieb im Frühjahr hartnäckiger erwies als angenommen, muss die Preisprognose merklich revidiert werden. Das Wifo setzt die Inflationsrate für heuer auf 2,6 Prozent hinauf und das IHS auf 2,5 Prozent. Im März waren die Wirtschaftsforscher noch von 1,7 bzw. 1,9 Prozent Inflation für 2001 ausgegangen.

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine merkliche Anspannung: Die Beschäftigtenzahl wird heuer nur noch um 13.000 zunehmen und die Zahl der Arbeitslosen bei gut 190.000 konstant bleiben, was einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (nationale Definition) bzw. 3,6 Prozent (EU-Definition) entspricht.

29.6.2001 12:14