Donnerstag, 28. Juni 2001

Wo Prinzhorn noch Aufräumen will

Ein geheimes FP-Dossier sorgt für Sprengstoff: Das sechsseitige Dokument mit dem Titel „Notwendige Neubestellungen 2001“ verrät, wer von aufgelisteten ÖIAG-Vorständen oder Aufsichtsräten abgesägt werden soll. Als Vater des Dossiers gelten entgegen ihren Dementis FP-Wirtschaftssprecher Prinzhorn und Finanzminister Grasser.

Die Akte AUA
Der Abschuss der AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka steht schon seit Monaten fest. Bei den FP-Granden in Ungnade gefallen ist das nach altem SP-VP-Proporz besetzte Luftfahrtduo spätestens durch den mit Airliner Niki Lauda in aller Öffentlichkeit ausgetragenen Luftkampf. Nun werden vier neue Vorstandsmandate ausgeschrieben.

Die Akte Telekom
Der von Finanzminister Grasser und ÖIAG-Vorstandssprecher Ditz denkbar ungeliebte Telekom-Boss Heinz Sundt wird bereits seit Ende Jänner öffentlich weich geklopft. Seine Ablöse durch Ernst A. Häberli scheiterte bislang jedoch an der fehlenden Mehrheit im Aufsichtsrat. Diese soll nun ÖIAG-Co-Vorstand Peter Michaelis ermöglichen.

Die Akte Post
Schon kommenden Montag wird in der Hauptversammlung der Post AG der Aufsichtsrat teilweise neu bestellt. Weichen müssen die beiden SP-Granden Rudolf Streicher und Josef Sindelka, die durch PSK-Vorstand Karl Stoss und ÖIAG-Vorstand Michaelis ersetzt werden. VP-Mann Josef Stiegler darf entgegen dem Prinzhorn-Plan bleiben.

Die Akte Asfinag
Bei den Straßenbau-Sondergesellschaften Asfinag und Ösag greift Schwarz-Blau in den nächsten Monaten durch. VP-Mann Engelbert Schragl (Bild) geht als Asfinag-Boss vorzeitig in Pension. Dann werden die beiden Firmen fusioniert und die beiden SP-Vorstände Bernhard Engleder (Asfinag) und Alois Schedl (Ösag) wegrationalisiert. Fusionsopfer.

Mehr über die Abschuss-Pläne der FPÖ finden Sie im aktuellen NEWS.

28.6.2001 07:44