"Platzierungsgarantie" erwartet

Die Zukunft der insolvenzbedrohten Buchhandels- und Medienkette Libro ist weiter offen. Zwischen den Beteiligten finden laufend Verhandlungen statt. Heute Nachmittag um 15 Uhr treffen sich die Gläubigerbanken mit dem Konsortium Böhm/Hofmann. Bis Freitag muss eine Entscheidung fallen.
Sollte bis Freitag keine außergerichtliche Einigung mit den Banken fallen, muss die Libro-Geschäftsführung den Gang zum Insolvenzrichter antreten.
Das Konsortium dürfte den Banken heute die geplante Managementbesetzung für Libro sowie einen Finanzierungsnachweis bringen, heißt es aus befassten Kreisen.
Das Konsortium will - wie berichtet - bis Jahresende insgesamt 1 Mrd. S (72,7 Mill. Euro) in die Sanierung von Libro investieren. 300 Mill. S davon sollen sofort in bar eingezahlt werden, für die weiteren Tranchen will das Konsortium heute eine "Platzierungsgarantie eines Investmenthauses" vorlegen, hieß es.
Die Banken selbst haben bis spätestens Wochenmitte einen dezidierten Finanzierungsnachweis zumindest über die zugesagte Milliarde Schilling verlangt. "Wenn diese Nachweise da sind, ist die Tür wieder offen", hieß es.
Wären tatsächlich Interessen der Kronen Zeitung bzw. WAZ im Konsortium vertreten, würde dies eine Zustimmung der Banken zur Übernahme durch das Böhm/Hofmann-Konsortium erleichtern. Lediglich eine "Platzierungsgarantie" ohne Nachweis der Seriosität der Partner dürfte den Banken aber nicht ausreichen.
Die Übernahme der Libro-Mehrheit durch das Böhm/Hofmann-Konsortium ist an mehrere Bedingungen geknüpft, u.a. müssen die Gläubigerbanken bis 10. Juli dem Kauf zustimmen.
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