Montag, 25. Juni 2001

Ferrari gewann auf Nürburgring Sympathien

  • Schumacher erntete Beifall für Barrichello-Sieg
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Punkte verloren, Sympathien gewonnen - und den Titel praktisch in der Tasche: Michael Schumacher steht durch die Niederlage gegen Rubens Barrichello beim GP von Europa nach Wochen der Kritik erstmals wieder als Sieger da und kann trotzdem schon bald die fünfte WM holen.

Ansonsten winkt der schnellste Titel der Formel-1-Geschichte. Schumacher blieb aber vorsichtig: "Bin ich schon Weltmeister? Es ist noch nicht vorbei. Wir kommen dem Titel Schritt für Schritt näher. Aber so lange es nicht entschieden ist, sollte man nicht zu viel daran denken." Schon nach dem Grand Prix in Magny Cours am 21. Juli kann der Deutsche alles klar machen und anschließend als fünfmaliger Champion zum Heim-Rennen nach Hockenheim kommen. Gewinnt Schumacher die nächsten zwei Rennen, und sein Bruder Ralf holt maximal sechs Punkte, wäre er bei dann 60 Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen. "Ein wunderbares Märchen", nannte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo die Dominanz der Roten, die die Konkurrenz in der Eifel deklassierten.

Barrichello-Sieg war auch Stallorder
Doch nach dem Großen Preis von Europa war erneut die vielbeachtete Team-Strategie, die nach dem Skandal in Spielberg am 12. Mai wochenlang für heftigste Proteste gesorgt hatte, das große Thema. Barrichello durfte endlich den zweiten Sieg seiner Karriere feiern. Obwohl alle Beobachter bis zum Schluss gespannt auf einen anderen Befehl aus der Box warteten, blieb Schumacher hinter dem Brasilianer. Das war zwar auch Stallorder, brachte Ferrari aber am Montag international Beifall ein. "Bravo Ferrari", titelte die französische Sportzeitung "L'Equipe". "Nach dem Rennen auf dem Nürburgring ist die Moral gerettet", fand "France-Soir". Die italienische "Gazetta dello Sport" urteilte: "Michael Schumacher hat seine Schuld gegenüber Barrichello getilgt."

Schumacher und Barrichello waren am Nürburgring bemüht, die Ferrari-Haltung zu erklären. "Die Punkte-Situation ist heute anders als in Österreich. Damals wusste man noch nicht, wie sich die Saison entwickeln würde", sagte der Champion. Inzwischen ist der Abstand zu den Williams-BMW-Verfolgern Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya gewachsen. "Die Leute haben sicher einige Ideen. Aber wir waren damals nicht so arrogant zu glauben, dass wir die WM leicht gewinnen könnten. Ich will nicht sagen, dass wir jetzt arrogant sind. Aber jetzt haben wir einen substanziellen Punktevorsprung." Zudem habe sich laut "Schumi" keine Überholmöglichkeit ergeben.

25.6.2001 14:06
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