Comaneci: "Nun ist die Welt offen für mich"

Die fünffache Olympiasiegerin Nadia Comaneci (39) hat am Freitag in Oklahoma City nach elf Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. "Ab heute ist die Welt offen für mich", sagte die gebürtige Rumänin nach der einstündigen Zeremonie.
Die unter Trainer Bela Karoly zur Weltklasse aufgestiegenen Kunstturnerin war am 27. November 1989 aus ihrem unter der damaligen Herrschaft von Diktator Nicolae Ceaucescu stehenden Heimatland auf abenteuerliche Weise über Ungarn und Österreich in die USA geflohen. Im April 1996 heiratete sie den Barren-Olympiasieger von 1984 und heutigen Trainer der US- Nationalmannschaft, Bart Conner.
"Ich komme aus einem wunderbaren Land mit wunderbaren Menschen. Aber ich habe in einem System gelebt, in dem man uns sagte, wie wir zu leben haben. Trotz aller Privilegien, die ich in Rumänien besaß, hatte ich nie den Frieden, den ich mir gewünscht habe", betonte Comaneci, die zwischen 1975 und 1979 auch neunfache Europameisterin war. In den 80er Jahren soll sie eine Affäre mit dem Ceaucescu-Sohn Nicu gehabt und in diesem Zusammenhang zwei Mal versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
Als 14-Jährige hatte der "Kinderstar mit den traurigen Augen" bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal im Mehrkampf, am Barren - hier wurde erstmals die 10 vergeben - und auf dem Schwebebalken drei Goldmedaillen erturnt und stieg dadurch zur Nationalheldin in Rumänien auf. Vier Jahre später bei den Spielen in Moskau wiederholte sie ihren Triumph auf dem Schwebebalken und siegte außerdem am Boden. Ende 1981 beendete sie ihre glanzvolle Karriere.
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