Donnerstag, 28. Juni 2001

Jones und Greene große Favoriten

Für die Leichtathletik-Superstars beginnt am Freitag in Rom wieder die Jagd auf den mit 50 kg Gold bzw. umgerechnet rund sieben Millionen Schilling gefüllten Jackpot. Wer mindestens fünf Disziplinensiege in der insgesamt sieben Veranstaltungen umfassenden Golden-League-Serie feiert, darf am 31. August in Berlin im Geld baden.

Mit der Olympia- und Hallen-WM-Zweiten Stephanie Graf besitzt auch erstmals eine Österreicherin Außenseiterchancen auf die Millionenprämie.

Im Vorjahr teilten sich Gail Devers (USA, 100 m Hürden), Trine Hattestad (NOR, Speer) und Tatjana Kotowa (RUS, Weit) den Jackpot. Maurice Greene (USA, 100 m) und Hicham El Guerrouj (MAR, 1.500 m) verzichteten dagegen auf ihren Anteil, da sie dem vorgeschriebenen Start beim Grand-Prix-Finale in Doha nicht nachkamen. Heuer will 100-m-Olympiasieger und -Weltrekordler Greene aber das Versäumte nachholen, auch US-Supersprinterin Marion Jones, die im Vorjahr in Sydney drei Mal Olympiagold und zwei Mal -Bronze holte, geht als haushohe Favoritin ins Jackpot-Rennen.

Ein besonderer Leckerbissen verspricht die Fortsetzung des "ewigen" 800-m-Duells zwischen Graf und Olympiasiegerin Maria Mutola aus Mosambik zu werden. Den ersten "big clash" gibt es allerdings erst am 6. Juli in Paris, da die Afrikanerin auf einen Start in der italienischen Hauptstadt verzichtet. Damit gilt die 28-jährige Kärntnerin, die das Meeting in Monte Carlo am 20. Juli auslassen wird, als haushohe Favoritin für Rom.

"Aber auch ohne Mutola wird es enorm schwer, den ersten Golden-League-Sieg für Österreich zu holen", betont Graf, die vor allem auf ihre große Spurtstärke im Finish setzt und sich keinerlei Kopfzerbrechen über den großen Zahltag macht. "Fünf Siege bei sechs Starts zu schaffen, das ist über 800 m fast unmöglich."

Doch selbst ohne Jackpot-Triumph kann Graf heuer so viel Geld wie noch nie verdienen. Bei den sieben Golden-League-Meetings, der WM in Edmonton und dem Grand-Prix-Finale in Melbourne am 9. September werden insgesamt 13 Millionen Dollar (15,1 Mio. Euro/207 Mio. S) Preisgeld ausgeschüttet. Noch dazu zählen die 800 m der Frauen zu den Premium Events der Goldliga, in denen jeweils 50.000 Euro (688.015 S) Preisgeld für die ersten Acht ausgeschüttet werden.

Mit Stabhoch-Rekordlerin Doris Auer ist noch eine zweite ÖLV-Athletin in Rom am Start. Die Olympia-Neunte unternimmt dabei den nächsten Anlauf, ihre Freiluft-Bestmarke von 4,40 m zu verbessern. In der Halle hat die Wienerin heuer in Glasgow bereits 4,44 gemeistert.

28.6.2001 12:15