Lösbare Aufgabe in der 2. Runde

Tennis Beauty-Ranking: Diashow und die
besten Bilder von Barbara Schett.
Versprochen ist versprochen, also hielt sich Barbara Schett auch daran. Schließlich hatte die Tirolerin den Lesern im "Daily Mirror" am Vortag ihr Wort gegeben, in der ersten Runde von Wimbledon für sie zu gewinnen.
Und das tat sie dann am Dienstag gegen die Slowenin Maja Matevzic auch - allerdings erst nach hartem Kampf und mit 8:6 im dritten Satz. "Babsi makes us sweat", hieß es daher auch im Mirror - "Babsi bringt uns zum Schwitzen." Doch Schett gewann und machte das ÖTV-Dreimäderlhaus in Runde zwei von Wimbledon perfekt, zuvor hatten diese schon Barbara Schwartz und Sylvia Plischke erreicht.
"Big Winner - Babsi" - so einfach, wie es im Mirror dann gebracht wurde, war es aber nicht. "Ich hatte am Anfang einige Probleme. Matevzic ist Linkshänderin, hat einen guten Aufschlag - und dazu braucht man auf Rasen einige Zeit, um in den Rhythmus zu kommen. Und man sollte nicht vergessen, dass sie auch nicht schlecht gespielt hat", sagte Schett. Trotzdem: Der Blick ist nach vor gerichtet. Und die nahe (Wimbledon-)Zukunft heißt für die 25-Jährige Nathalie Dechy. Die Französin ist die Zweitrundengegnerin, und Schett rechnet sich durchaus etwas aus: "Sie ist sehr beweglich und kommt auch oft ans Netz, aber ich glaube, ihr Spiel kommt mir entgegen."
Zumindest auf die mentale Stärke kann Schett wieder zählen. "Ich habe auch im Spiel gegen Matevzic immer an den Sieg geglaubt. Und das ist gut, denn vor zwei Monaten hätte ich so ein Spiel wahrscheinlich in zwei Sätzen verloren." Doch auch, wenn die Tirolerin Dechy schlägt, hat Österreichs Nummer eins alles andere als eine gute Auslosung. "Danach würde wohl Dokic warten und im Viertelfinale Davenport", weiß Schett.
Allzuviel erhofft sie sich wohl selbst nicht von Wimbledon. Aber vielleicht muss sie den Mirror-Lesern ja noch mehr Siege versprechen. Dabei beteuert Schett, dass sie die Aktion mit der englischen Tageszeitung, die sie sponsert und intensiv über sie berichtet, nicht beschäftigt. "Ich lese das gar nicht, nur werde ich jetzt von ein paar mehr Leuten angesprochen. Das ganze hat mein Management ausgehandelt, mich und vor allem meine Arbeit beeinträchtigt das nicht", betont sie.
Ihre Arbeit unnötig schwer hat sich Sylvia Plischke in Runde eins gemacht. Nach 5:0-Führung im zweiten Satz kam sie noch ins Schwitzen, doch reichte es letztlich doch zum 6:3,6:4-Erfolg über die Spanierin Maria Jose Martinez. Und Plischke weiß auch warum. "Bei Grand-Slam-Turnieren bin ich einfach motivierter, hier fühle ich mich wohl. Und hier kann ich mich auch immer wieder rausreißen." Das will die Tirolerin auch in Runde zwei gegen die Russin Nadja Petrowa. "Auch sie ist eine lösbare Aufgabe", meint Plischke.
Trotzdem haben fünf Jahre WTA-Tour an den Reserven gezehrt, nach Wimbledon und Palermo will Plischke deswegen eine Pause einlegen. "Aber ich gehe davon aus, dass ich weiter spiele", sagte die 23-Jährige. Obwohl Plischke bereits die Zukunft im Auge hat, nach ihrer Karriere am liebsten eine "Kombination von Fitness-Center mit Restaurant" eröffnen würde. Doch zunächst gilt es, das österreichische Damen-Tennis weiter gut zu vertreten. "Wobei es sicher ausgezeichnet ist, dass alle drei ÖTV-Spielerinnen eine Runde weiter sind", weiß Plischke, "das gibt sicher wieder Auftrieb." Die drei Herren haben sich ja allesamt schon in Runde eins verabschiedet.
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