Mittwoch, 27. Juni 2001

Vollgas vom ersten Rennen an

Hermann Maier: Diashow

Bester Skifahrer der Gegenwart zu sein, hat nicht nur Vorteile. Im NEWS-Interview spricht Hermann Maier über PR-Termine, nette und weniger nette Fans und seine kleinen Wehwehchen.

NEWS: Freitagnachmittag bei einem Optiker in Graz, Samstag früh vor einem Supermarkt in Ried – machen Ihnen solche PR-Termine überhaupt noch Spaß?
Maier: Das Ganze ist schon ziemlich aufwendig. Dazwischen gab’s noch die Ehrung in der Wiener Hofburg im Rahmen der ÖSV-Länderkonferenz – da reißt’s einen ziemlich hin und her. Vor allem jetzt, wo ich mitten im Aufbautraining stehe. Aber solche Autogrammstunden wie hier in Ried machen wiederum auch Spaß, wenn du die Begeisterung der Fans spürst, das motiviert dich im Training zusätzlich.

NEWS: Wie läuft’s im Training?
Maier: Bis jetzt sehr gut. Ich merke überhaupt nicht, dass ich heuer relativ spät damit angefangen habe. Da hilft mir sicher der konditionelle Grundstock, den ich mir in den letzten Jahren aufgebaut habe und der nicht so schnell verloren geht. Das einzig Negative war diese Knochenabsplitterung, die ich mir beim Superzehnkampf in Jamaika zugezogen habe. Das hat mich eine Zeitlang im Krafttraining behindert. Und dann ist in den letzten Tagen eine Erkältung dazugekommen. Da musste ich eine Woche lang etwas zurückstecken. Das Hauptproblem ist, dass man diese Trainingstage wieder aufholen muss – und dann sind solche PR-Termine allein von der Zeiteinteilung her ziemlich stressig.

NEWS: Welche sportlichen Ziele haben Sie für die kommende Olympiasaison?
Maier: Momentan ist alles, was mit Skifahren zu tun hat, ganz weit weg von mir. Ich komme mir gar nicht wie ein Skifahrer vor, eher wie ein Radler oder Leichtathlet.

NEWS: Aber ein Olympiasieg in der Abfahrt wäre für Sie schon etwas Besonderes?
Maier: Mit dieser Frage beschäftige ich mich überhaupt nicht. Das ist alles noch so weit weg.

NEWS: Erwarten Sie einen Fixplatz in der Olympiamannschaft?
Maier: Bis jetzt habe ich noch bei jeder Großveranstaltung eine Medaille geholt. Das spricht für mich. Ich werde vom ersten Rennen weg kräftig Gas geben. Wenn ich so fahre wie in den letzten Jahren, dann beantwortet sich die Frage nach meiner Aufstellung ohnehin von selbst. „Im Moment ist alles, was mit Skifahren zu tun hat, ganz weit weg von mir.“

Wann der Herminator unrund wird, ob seine Popularität manchmal auch eine Belastung ist und ob er den Rummel um seine Person in den Griff bekommen hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.

27.6.2001 19:00