Dienstag, 26. Juni 2001

Hitzfeld stellt Disziplin über alles

Mit eiserner Hand will der Titel-Sammler Ottmar Hitzfeld Bayern München in der neuen Saison in der Bundesliga und in Europa auf dem Fußball-Thron halten. "Wenn man keinen Titel holt, ist es ein verlorenes Jahr", sagte Hitzfeld nach dem Trainingsauftakt mit nur zwölf einsatzfähigen Profis.

"Wir können großartige Ziele erreichen", betonte der 52- Jährige, auch wenn er nicht "von sechs Titeln" träumen wollte, die in den Endspielen um den Weltpokal, europäischen Supercup, Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal und Liga-Pokal realisierbar sind: "In jedem Wettbewerb wollen wir das Optimum herausholen."

Hitzfeld verlangt absolute Disziplin
Nachdem er den Spielern bereits Geldstrafen von bis zu 100.000 Mark bei Fehlverhalten angedroht hatte, manifestierte der Coach 33 Tage nach dem Mailänder Champions-League-Triumph seine Forderung nach absoluter Disziplin: "Es werden Schwierigkeiten auf uns zukommen. Ich verlange, dass die Regeln eingehalten werden - mehr als je zuvor", verkündete Hitzfeld.

"Wir müssen alles dem Erfolg des FC Bayern unterordnen", erneuerte Hitzfeld sein Erfolgs-Credo, mit dem er seit seinem Amtsantritt in München am 1. Juli 1998 den Rekordmeister Jahr für Jahr national auf Rang eins geführt hat. Der vierte Meistertitel in Folge - es wäre ein Novum in der Bundesliga - habe darum "absolute Priorität", auch wenn Hitzfeld Schalke, Dortmund, Leverkusen und Hertha BSC als noch stärkere Konkurrenz als im Vorjahr erwartet.

Jeremis: "Es schaut nicht so gut aus."
Das größte Sorgenkind bleibt vorläufig Jens Jeremies. Nach zwei Knie-Operationen binnen sechs Wochen rechnet der Mittelfeldspieler zwar nach eigener Aussage nicht mit einem weiteren operativen Eingriff. Aber sein Blick in die nahe Zukunft klang dennoch Besorgnis erregend: "Es schaut nicht so gut aus", sagte Jeremies auf dem erneuten Weg zum Arzt.

Auch der Rivale der vergangenen Saison, der FC Schalke 04, bat wie auch Werder Bremen und der TSV 18 München zum Trainingsauftakt. Die Rückkehr des belgischen Nationalspielers Marc Wilmots ist beschlossene Sache. Nach Angaben von Manager Rudi Assauer erhält der 32-Jährige bei den "Königsblauen" einen Zwei-Jahres-Vertrag. Dem Vernehmen nach muss Schalke rund 28 Millionen Schilling an Bordeaux überweisen, wo Wilmots nur ein Jahr spielte. "Schalke ist mein Zuhause. In Bordeaux hat es keinen Spaß mehr gemacht, Fußball zu spielen", begründete der Belgier die Rückkehr. Möglicherweise kommt auch auch Christian Ziege (derzeit Liverpool) nach Gelsenkirchen.

26.6.2001 13:03