Freitag, 29. Juni 2001

Powell und Sharon vereinbaren Wochenfrist ohne Gewalt

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon und US-Außenminister Colin Powell haben eine siebentägige vollständige Waffenruhe als Voraussetzung für eine sechswöchige Abkühlungsphase vereinbart. Dies sagte Powell auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sharon in Jerusalem.

In dieser Zeit müsse die Ernsthaftigkeit des Willens zur Umsetzung der von Israelis und Palästinensern vorgeschlagenen vollständigen Waffenruhe überprüft werden. Erst danach könne diese sechs Wochen lange Abkühlungsphase beginnen. Sharon hatte nach seiner Rückkehr aus Washington erneut eine zehntägige, vollständige Waffenruhe als Voraussetzung für die Implementierung der übrigen Stufen des Mitchell-Plans angesehen.

Zum Mitchell-Plan gehören unter anderem der vollständige Baustopp jüdischer Siedlungen durch Israel und die Entwaffnung militanter Palästinenser durch die Palästinensische Autonomiebehörde. Die Sieben-Tage-Frist beginnt nach Powells Worten nach dem Ende aller terroristischen Aktionen und aller Gewalttaten. Auch während der sechswöchigen Abkühlungsphase müsse Ruhe herrschen. Danach müssen beide Seiten mit einer Reihe vertrauensbildender Maßnahmen beginnen, wie sie im Mitchell-Bericht dargelegt seien. Dies würde zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen führen können.

Sharon betonte, Israel hoffe, dass die Waffenruhe sich durchsetzen werde und alle Seiten sich so schnell als möglich auf einen Frieden zubewegen werden. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz nach ihrem Treffen sagte Powell weiter, die Frage internationaler Beobachter sei nicht diskutiert worden, auch nicht mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat. Sharon sagte, er hoffe, die Waffenruhe werde umgesetzt, so dass beide Seiten Schritt für Schritt den Mitchell-Bericht realisieren könnten.

29.6.2001 08:01