Freitag, 29. Juni 2001

SPEZIAL: SCHÜSSELS WAFFEN-AFFÄRE

In einem Exklusiv-Interview in der heute erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS zündet der bayerische Rüstungs-Lobbyist Karlheinz Schreiber, der in Deutschland als Kronzeuge des CDU-Schwarzgeld-Skandals gilt, nun auch in Österreich eine Polit-Bombe: Er will VP-Kanzler Schüssel wegen eines Mitte der 90er Jahre gelaufenen Milliarden-Geschäfts mit dem österreichischen Bundesheer als Zeuge vor Gericht zitieren. Die SPÖ überlegt jetzt parlamentarische Schritte.

Anlass der spektakulären Zeugenladung: Der Top-Rüstungslobbyist Europas hat in Bern eine 10-Millionen-Schilling-Provision im Zuge eines 1994 nach Österreich vermittelten Rüstungsgeschäfts des französischen Konzern Thomsons eingeklagt, in dem der damalige VP-Wirtschaftsminister Schüssel eine bis heute höchst umstrittene Schlüssel-Rolle spielt.

- Bei der teuersten Beschaffungsaktion der zweiten Republik - der Anschaffung eines Zielerfassungsradars für das österreichische Bundesheer - gab der damaligen VP-Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel dem französischen Thomson-Konzern buchstäblich in letzter Sekunde den Zuschlag für den 1,3 Milliarden-Deal. Und das, obwohl der französische Elektronik- und Rüstungskonzern Thomson weder die vorgeschriebenen Ausschreibungskriterien erfüllte noch Bestbieter war. Thomson war sowohl bei einer internen Wertung des Wirtschaftsministeriums als auch bei einem offiziellen Hearing nur an dritter Stelle gereiht worden

- Über die Rolle des Thomson-Präsidenten Merk sagt Schreiber in NEWS: "Merk hat zu mir gesagt, er sei "das Portemonnaie von Mitterand" und seinem obersten Chef im Konzern, Alain Gomez. Er sei auch für "Sonderaufgaben" zuständig. Wie "Nützliche Aufwendungen" zu verteilen. Dafür hatte er auch eine Firma in Liechtenstein."

Die ausführliche Exklusiv-Story zur Waffen-Affäre lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.

29.6.2001 16:57