Mittwoch, 27. Juni 2001

Reisewarnung! USA ziehen Personal ab

Angesichts der zunehmenden ethnischen Spannungen in Mazedonien haben die NATO und die EU vor einer weiteren Eskalation der Lage gewarnt. NATO-Generalsekretär George Robertson und der Außenpolitische EU-Repräsentant Javier Solana sagten nach einem Treffen in Brüssel, sowohl albanische als auch slawische Extremisten wollen das Land in einen blutigen Bürgerkrieg treiben.

Montag Abend hatten empörte Mazedonier ein härteres Vorgehen der Regierung gegen die albanischen Separatisten gefordert und das Parlament gestürmt. Der Protest wandte sich vor allem gegen die von der NATO und der EU unterstützte Entscheidung der Regierung, die Rebellen aus dem Ort Aracinovo abziehen zu lassen. Robertson verteidigte die Entscheidung und sprach von einem wichtigen ersten Schritt zur Eindämmung der Gewalt. Solana und Robertson lobten Präsident Boris Trajkovski für dessen Fernsehansprache von Dienstag Nachmittag.

In dieser Ansprache hatte Trajkovski die Bevölkerung Mazedoniens zur Einheit im Kampf gegen das "Böse" aufgerufen. Es wird keine zweite Chance für diesen Kampf geben, sagte er in seiner Ansprache an die Nation. "Wir werden die (albanischen) Terroristen besiegen, denn ich habe vom Volk ein Mandat für den Frieden, nicht für den Krieg", sagte Trajkovski. Er sprach sich für die Fortsetzung des Dialogs zwischen allen "legalen Parteien" zur Lösung der Krise aus.

USA zieht Personal ab
Nach den Ausschreitungen von Demonstranten vor dem Parlament in Skopje haben die USA vor ähnlichen Protesten der mazedonischen Bevölkerung gewarnt und den Abzug von Teilen ihres Botschaftspersonals erlaubt. Das US-Außenministerium teilte am Dienstag in Washington mit, die USA verurteilten ebenso wie die EU die Vorfälle vor dem mazedonischen Parlament.

Nach dem Protest hatte Mazedoniens Präsident Boris Trajkovski vor einem Bürgerkrieg gewarnt. In der Nacht zum Mittwoch blieb die Lage in Skopje ruhig. Am Montagabend hatten tausende Demonstranten dagegen protestiert, dass albanische Rebellen mit ihren Waffen aus dem Dorf Aracinovo abziehen durften.

27.6.2001 14:31