Mit Schröder, Genscher und Mock

Slowenien feiert am Montag den zehnten Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Jugoslawien. Zu den Feiern in Laibach werden auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie die damaligen Außenminister Deutschlands und Österreichs, Hans-Dietrich Genscher und Alois Mock, erwartet.
Österreich und Deutschland hatten 1991 eine Vorreiterrolle bei der Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien gespielt.
Slowenien sagte sich gleichzeitig mit Kroatien am 25. Juni 1991 von Jugoslawien los. Die jugoslawische Armee versuchte, eine Unabhängigkeit Sloweniens zu verhindern. Die militärische Intervention wurde nach nur zehn Tagen erfolglos beendet. Seither konnte sich Slowenien unabhängig entwickeln. Mittlerweile steht das Land vor der Aufnahme in EU und NATO.
Mock: "Stabilität in Mitteleuropa heißt mehr Sicherheit für Österreich"
"Dass Slowenien heute zu den ersten Kandidaten für die kommende Erweiterung der EU zählt, bestätigt die Richtigkeit des Weges, den das Land vor zehn Jahren mit der Unabhängigkeitserklärung eingeschlagen hat. Die Geschichte liefert die Rechtfertigung dafür, dass Österreich mit Recht zu den ersten Staaten zählte, die sich für die Anerkennung der Unabhängigkeit Sloweniens ausgesprochen haben", stellte der frühere Vizekanzler und Außenminister Alois Mock am Montag im ÖVP-Pressedienst fest. Mock wird heute an den Unabhängigkeitsfeiern in Slowenien teilnehmen.
Rückblickend muss aber auch festgestellt werden, dass die internationale Staatengemeinschaft beim Zerfallsprozess des alten kommunistischen Jugoslawienskeine glückliche Rolle gespielt hat, so Mock. "Viele fanden es bequemer, nur mit dem Vielvölkerstaat Jugoslawien anstatt mit fünf unabhängigen Republiken verhandeln zu müssen". Hätte sich insbesondere die EU in den Jahren 1991 bis 1995 entschlossener und geschlossener gezeigt, wäre möglicherweise Serbien die Knechtschaft des Milosevic-Regimes erspart geblieben, stellte Mock fest. "Auch Serbien wäre schon früher den demokratischen Weg gegangen. Damit wäre allen Völkern in der Region viel Leid erspart geblieben".
Mock kritisierte, dass die demokratische westliche Gemeinschaft "zu lange gezögert" hat, die nötigen Konsequenzen aus dem eindeutigen Unabhängigkeitsvotum der Slowenen, Kroaten, Bosnier und Mazedonier zu ziehen und gegen die Menschenrechtsverletzungen der postkommunistischen Regierung in Belgrad mit aller Härte aufzutreten.
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