Französischer Ex-Minister als EU-Vertreter

Die EU bekommt nun einen ständigen Vertreter in Mazedonien. Der frühere französische Verteidigungsminister Francois Leotard soll diese Aufgabe übernehmen. Die Albaner-Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) haben indessen den Rückzug aus dem umkämpften Ort Aracinovo nahe der Hauptstadt Skopje zugesagt.
Die EU-Außenminister haben sich am Montag in Luxemburg darauf geeinigt, den früheren französischen Verteidigungsminister Francois Leotard als Ständigen Vertreter der Europäischen Union nach Mazedonien zu entsenden. Das gab der französische Außenminister Hubert Vedrine bekannt. Leotard, ehemaliger Parteichef der französischen Zentrumsdemokraten (UDF), war Minister in den bürgerlichen Regierungen von Jacques Chirac (1986-88) und Edouard Balladur (1993-95).
Nach drei Tagen heftiger Gefechte vor den Toren Skopjes hatten sich die Konfliktparteien am Sonntag auf Drängen des außenpolitischen EU-Koordinators Javier Solana einem Waffenstillstand zugestimmt. Am Freitag hatte die Armee in Aracinovo eine Großoffensive gegen die Rebellen gestartet und die Ortschaft mit Hubschraubern, Panzern und Artillerie angegriffen.
EU-Ratstreffen: Schwerpunkt Mazedonien-Krise
Die EU-Außenminister beraten am Montag in Luxemburg über diplomatische Wege zur Lösung der Krise in Mazedonien. Zum Allgemeinen Rat der Europäischen Union wird auch die mazedonische Außenministerin Ilinka Mitreva erwartet.
Auf der Tagesordnung der Außenminister stehen außerdem die Vorbereitungen einer Geberkonferenz für Jugoslawien am kommenden Freitag in Brüssel sowie eine erste Bewertung der Wahlen in Albanien vom Sonntag.
Zudem will sich der Rat damit auseinander setzen, welche Konsequenzen aus den Krawallen am Rande des EU-Gipfels in Göteborg zu ziehen sind. Dazu sollen sich die EU-Innenminister zu einer Sondersitzung am 13. Juli in Brüssel treffen. Möglich ist nach diplomatischen Angaben ein ähnliches Vorgehen wie gegen Hooligans. So könnten Reisebeschränkungen für einschlägig bekannte Personen verhängt werden.
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