Eröffnung durch Generalsekretär Annan

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die gesellschaftliche Ächtung von Aids-Kranken angeprangert. Zur Eröffnung einer UNO-Sonderkonferenz in New York forderte er künftig klar und deutlich über Ansteckungswege der Krankheit und Vorbeugung zu sprechen.
"Aids kann nicht mit moralischen Verurteilungen bekämpft werden oder indem man sich weigert, unangenehme Tatsachen zu akzeptieren - und schon gar nicht, indem man die Infizierten stigmatisiert", sagte Annan. Die Vertreter der 185 Mitgliedsstaaten wollen in New York drei Tage lang über Strategien zum Kampf gegen Aids beraten.
Erste "Gesundheits-Sitzung" der UNO
Es ist das erste Mal seit Gründung der UNO, dass eine Sitzung der Vollversammlung einem Gesundheitsthema gewidmet ist. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Preispolitik internationaler Pharmaunternehmen für Aids-Medikamente.
Auch soll über die Aufbringung zusätzlicher Mittel für Behandlung, Vorbeugung und Pflege sowie über die Entwicklung wirksamer und erschwinglicher neuer Technologien und Behandlungsmethoden gesprochen werden. Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass eine Koalition aus katholischen und islamischen Ländern jeglichen Bezug zum Thema Sexualität in der Abschlusserklärung verhindern will und damit einer gemeinsamen Stellungnahme die Substanz nehmen könnte.
Kritik an Kenia zu AIDS-Waise
Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) verurteilte anlässlich der Sonderkonferenz die Vernachlässigung von Hunderttausenden Aids-Waisen in Kenia. In einem in Nairobi veröffentlichten Bericht heißt es, die kenianische Regierung habe beim Schutz und bei der Versorgung von Aids-Waisen schlicht versagt.
Viele müssten die Schule verlassen und Gelegenheitsjobs annehmen, oft endeten sie als Straßenkinder und Obdachlose. Mädchen würden häufig Prostituierte werden. Anstatt besonderen Schutz zu genießen, könnten sie auf keinerlei Fürsorge zählen. Schätzungen zufolge hat Aids bereits etwa eine Million Kinder in Kenia elternlos gemacht. In ganz Afrika liegt die Zahl bei mindestens 13 Millionen.
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