EURO-EINFÜHRUNG AM 1. 1. 2002

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So sehen die Euro-Scheine aus
Eurorechner
"Wenn der Sonnenhut 50.000 italienische Lire kostet, wieviel Drachmen hätte ich dafür in Griechenland bezahlen müssen?" Rechenaufgaben wie diese können sich Europareisende vom nächsten Jahr an sparen, denn dann kommt der Euro in die Portemonnaies. Anlass aber für doppelte Freude haben vor allem US-Touristen, die den alten Kontinent auch wegen des günstigen Dollarkurses immer häufiger besuchen.
Viele US-Reisende wollen möglichst viel von Europa auf einer Reise mitnehmen und buchen Busreisen durch verschiedene Länder. Zum Beispiel bei Blair Soucy in Neuengland, dessen Getaway Tours eine Reise anbietet, die in acht Tagen durch fünf Länder führt. "Wir fahren von den Niederlanden aus nach Belgien, Deutschland, Luxemburg und Frankreich müssen ständig Geld wechseln. Der Euro wird eine große Erleichterung sein," meint Soucy.
Auch Chris Matthews, Sprecher der EU-Kommission in New York, kennt die Klagen der Amerikaner über mangelnde Preistransparenz und hohe Umtauschgebühren in Europa. "Eine Geschichte geht so: Wer in einem EU-Land einen 100-Dollarschein (1.616 S) wechselt und dann alle EU-Länder besucht, hat am Ende nur noch 50 Dollar übrig, auch wenn er gar nichts gekauft hat."
Ab 2002 bleibt den US-Touristen dieses Ärgernis Dank Euro erspart. Aber auch jetzt gibt die Gemeinschaftswährung den Besuchern Anlass zur Freude. Stand der Euro bei seinem Start 1999 noch bei 1,17 Dollar (18,91 S), ist der Kurs auf mittlerweile 0,85 Dollar (13,74 S) gesunken. Deutsches Bier, französischer Wein und italienischer Espresso wurden immer günstiger. Das lockte immer mehr US-Touristen über den Atlantik.
Fast 13 Millionen US-Bürger besuchten im vergangenen Jahr Europa, das war der achte Besucherrekord in Folge. Die Tourismusbranche rechnet auch 2001 mit einem Rekordjahr. Busunternehmer Soucy glaubt allerdings nicht, dass der Wegfall der Umtauschgebühren nach der Euro-Einführung für die steigenden Besucherzahlen sorgen wird. "So etwas wie der Rinderwahnsinn kann die Touristen beeinflussen, Währungsfragen aber kaum."
Neil Martin, Sprecher des Europäischen Reiseverbandes, denkt sogar, dass sich nicht jeder Besucher über die Euro-Einführung freuen wird. "US-Bürger kommen vor allem wegen des kulturellen Erbes nach Europa, und das zeigt sich auch in den Währungen", sagt er. "Sie wollen nicht ständig Geld wechseln, aber sie mögen die Idee, das jedes Land seine eigene Währung hat."
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