Donnerstag, 21. Juni 2001

Lamy: Nun ist der Weg für China zum Beitritt frei

Die Europäische Union (EU) hat nach eigenen Angaben zusammen mit China noch ausstehende bilaterale Fragen zum WTO-Beitritt des asiatischen Landes geklärt. Nach zweitägigen Gesprächen zwischen EU-Handelskommissar Pascal Lamy und dem chinesischen Handelsminister Shi Guangsheng wurden aber noch keine Einzelheiten bekannt gegeben.

Lamy (Bild) begrüßte den Konsens und sagte, der politische Wille beider Seiten, die Hindernisse des WTO-Beitritts Chinas auszuräumen, habe Früchte getragen. Der Weg sei nun frei für China, der Welthandelsorganisation (WTO) in den kommenden Monaten beizutreten.

China und die EU hatten im Mai des vergangenen Jahres ein Abkommen unterzeichnet, das China den Weg in die WTO ebnen sollte. China verpflichtete sich unter anderem, Telekommunikations-, Versicherungs- und Einzelhandelsunternehmen den Marktzugang zu erleichtern. Später hatte es Unstimmigkeiten über die Interpretation mehrerer Punkte des Abkommens gegeben, die jedoch im Oktober ausgeräumt werden konnten.

Aus WTO-Kreisen verlautete jedoch, die EU bestehe immer noch auf eindeutigere Zusicherungen für den Marktzugang von europäischen Unternehmen in China. Außerdem müsse aus EU-Sicht noch die Frage der Handelsbedingungen für europäische Firmen innerhalb Chinas geklärt werden.

Lamys Sprecher Anthony Gooch sagte am Mittwoch, China und die EU strebten einen schnellen Beitritt Chinas zur WTO an. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat hat die EU im ersten Quartal dieses Jahres Waren im Wert von 6,5 Milliarden Euro (89,4 Mrd. S) nach China ausgeführt. China exportierte im selben Zeitraum Waren im Wert von 18,1 Milliarden Euro in die EU.

21.6.2001 09:09