Lkw-Maut soll 3 Mrd. S bringen

Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG (Asfinag) hat im Vorjahr 1,3 Mrd. S Verluste gemacht. Die Gesamtverbindlichkeiten stiegen auf über 90 Mrd, obwohl die Einnahmen aus Maut und Vignettenverkauf um 400 Mill. S anstiegen. Der Grund dafür liegt in der intensiven Bautätigkeit und der Umstellung auf ein vollelektronisches Mautsystem, so der Vorstand.
Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG (Asfinag) benötigt keinen weiteren Zuschuss aus dem Bundesbudget mehr. Auch die Verschiebung der Lkw-Maut um voraussichtlich rund ein Jahr (ursprünglich geplanter Termin Mitte 2002), wird die Eigenfinanzierungskraft der Asfinag nicht entscheidend schwächen, gaben die Vorstandsdirektor Engelbert Schragl und Bernhard Engleder am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt.
Von der vollelektronischen Lkw-Maut erwartet die Asfinag Zusatzeinnahmen von jährlich 2,8 bis 3 Mrd. S statt 2,3 Mrd. S aus dem bisher favorisierten System, das mit Mauthütten und eigenen Mautabfertigungsspuren kostenintensiver war.
Für das neue Mautsystem wird Anfang Juli ein dreimonatiger Wettbewerb gestartet, der die in einem Vorverfahren gefundenen acht Bieterkonsortien bis Jahresende auf maximal fünf Bewerber reduzieren wird, mit Hilfe einer noch zu bestimmenden Jury. Die Vergabe an den Bestbieter soll im ersten Halbjahr 2002 erfolgen.
Haupteinnahmequelle: Sondermauten
Die Asfinag holt sich derzeit ihre Haupteinnahmen aus den Sondermauten (Brenner, Arlberg, Pyhrn usw.), im Jahr 2000 machten diese 3,5 Mrd. S (plus 7,5 Prozent gegenüber 1999) aus, was einem Anteil von über 50 Prozent an den Gesamteinnahmen entspricht.
Aus der Vignette nahm die Asfinag - vor allem bei Pkw und Klein-Lkw - im Vorjahr 2,8 Mrd. S ein (plus 6,8 Prozent). Heuer ist aufgrund des drastisch angehobenen Vignettenpreises mit Mehreinnahmen von 1,4 Mrd. S, also 4,2 Mrd. S Gesamterlösen aus dem Vignettenverkauf zu rechnen.
Für die "Kostenwahrheit" bei schweren Lastwagen ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ist die Lkw-Maut gedacht, wobei kraft EU-Richtlinie nur das hochrangige Straßennetz bemautet werden darf. In Österreich sind das 16 Prozent des gesamten, der Asfinag übertragenen Bundesstraßennetzes, auf dem allerdings 46 Prozent des gesamten Straßenverkehrs rollen und 61 Prozent des Schwerverkehrs.
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