Wer als Käufer in Frage kommt

Zum Ersten, zum Zweiten - und verkauft. Rund 500.000 Mal sauste der Auktionshammer des Dorotheums im vergangenen Jahr zum Zuschlag. Nun kommt die 1707 gegründete Institution selbst unter den Hammer.
Der Privatisierungsplan der Regierung sieht vor, dass die Staatsholding ÖIAG das 1,5 Umsatzmilliarden schwere Traditionshaus noch heuer verkaufen wird: Potente Interessenten von Nobelbankier Julius Meinl V. bis zu den erfolgreichen New-Economy-Unternehmern Erwin Soravia und Christoph Dichand (OneTwoSold) sehen das Dorotheum als interessantes Investment. Die Privatisierung, die mit einem Auktionsverfahren abgeschlossen wird, wurde bereits eingeleitet.
Wieviel ist das Dorotheum wert?
Dass das Dorotheum genau im entscheidenden Jahr vor der Privatisierung eine Rekordbilanz vorlegt, ist jedenfalls ein schöner Zufall für den Verkäufer ÖIAG. Bei einem Umsatz von 1,53 Mrd. S wurde ein Gewinn von knapp 35 Mio. S (EGT) bzw. ein Bilanzgewinn von 50 Mio. S erzielt.
Dass die ÖIAG aber, wie intern als Erfolgslatte angepeilt, eine glatte Milliarde S als Verkaufserlös erzielt, ist eher unwahrscheinlich. "Wer nicht betriebswirtschaftlich rechnen kann und so viel bietet, der soll seine Freude daran haben", so ein Interessent inoffiziell.
Für die Bietergruppe um Erwin Soravia liegt der Wert des Dorotheums in einer groben Schätzung bei 600 Mio. S "bis maximal 800 Mio. S".
Umstritten ist der wahre Wert der Dorotheum-Immobilien. Eine Studie taxiert das Vermögen an Geschäftshäusern, deren Glanzstück das Wiener Innenstadtpalais darstellt, auf gut 500 Mio. S. Nur: Ohne Dorotheum sinkt der Wert der Prunk-Immobilie rapide.
Geschäftsfelder sollen getrennt werden
Auch wenn die ÖIAG dem Käufer nicht vorschreiben kann, was er mit dem Dorotheum und dessen Geschäftsbereichen künftig machen soll, kann es nicht einfach filetiert und verwertet werden. Zu erwarten ist allerdings, dass die drei Geschäftsfelder Auktionen, Pfandleihanstalt und Schmuckhandel (das Dorotheum ist der größte Schmuckhändler des Landes) künftig in getrennten Gesellschaften, wenn auch unter einem Dach geführt werden, um sie jeweils zu optimieren.
Welcher Interessent beim Milliarden-Poker um das Dorotheum die besten Karten hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.
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