"Das eigene Schiff torpediert"

Letzte Warnung: Im NEWS-Interview spricht Finanzminister Grasser an ÖIAG-Vorstand Ditz eine letzte Warnung aus: "Das öffentliche Bild ist katastrophal."
NEWS: Das Chaos bei Telekom Austria und Austrian Airlines beschert der ÖIAG seit Wochen negative Schlagzeilen. Ist es richtig, dass Sie auf ÖIAG-Vorstandssprecher Ditz und seinen Aufsichtsratspräsidenten Heinzel extrem sauer sind?
Grasser: Die öffentlichen Diskussionen waren alles andere als professionell. Ich halte es für völlig falsch, dass man Vorstandsfragen in aller Öffentlichkeit debattiert. Das ist den betroffenen Personen unzumutbar und für die Unternehmen schädlich. Daher habe ich klargestellt, dass das mit sofortiger Wirkung abzustellen ist.
NEWS: Wie ist es um Ihr Vertrauen gegenüber Ditz bestellt?
Grasser: Ich habe mit Johannes Ditz ein langes und ausführliches Gespräch geführt. Dabei habe ich ihm klargemacht, dass das öffentliche Bild katastrophal ist. Ich erwarte daher, dass man jedes öffentliche Statement
unterlässt - insbesondere Ankündigungen, die man dann nicht umsetzen kann.
NEWS: Ist das Chaos rund um die ÖIAG nicht auch in parteipolitischen Interessen begründet, die der ÖIAG-Vorstand zu exekutieren hat?
Grasser: Mir hat diese veröffentlichte Meinung wirklich wehgetan. Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich bei keiner einzigen Bestellung eines Aufsichtsrates oder Vorstandes einer ÖIAG-Beteiligung mitgeredet habe. Den
Herrn Häberli beispielsweise habe ich nicht einmal gesehen und auch kein Gespräch mit ihm geführt.
NEWS: Die von Ditz angekündigte Ablöse von Telekom-Chef Heinz Sundt wird rund 50 Millionen Schilling kosten. Wie erklären Sie das dem Steuerzahler?
Grasser: Diese Summe stimmt gewiss nicht, sie ist weit niedriger. Zuständig ist aber der Aufsichtsrat der Telekom Austria. Der muss entscheiden, wie es weitergeht. Ganz allgemein möchte ich aber festhalten, dass eine vorzeitige Vertragsauflösung durchaus eine Investition in die Zukunft sein kann.
Das ausführliche Interview mit Finanzminister Grasser lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.
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