Dienstag, 19. Juni 2001

Versicherung geht von Brandstiftung aus

Die insolvente Firmengruppe Steiner hat jetzt noch ein zusätzliches Problem: Eine Versicherung fordert 180 Mill. S (13,08 Mill. Euro) zurück, die sie als Akonto-Zahlung nach dem Brand der Steiner-Tochter Steco in Pinsdorf im März 2000 gezahlt hatte.

In der Nacht zum 25. März des vergangenen Jahres hatte - aus bis heute ungeklärter Ursache - ein Großbrand bei der Firma Steco gewütet, es war ein Lager mit Kunststoffbehältern verbrannt. Die Angaben über die tatsächliche Schadenshöhe schwankten, schließlich war von 300 Mill. S die Rede. Die Versicherung zahlte vorerst aber nur 180 Mill. S. Firmenchef Alfred Steiner versuchte in der Folge, die restlichen 120 Mill. S auf dem Klagsweg zu bekommen, dieses Verfahren ist laut KSV noch nicht abgeschlossen.

Jetzt will die Versicherung aber auch die 180 Mill. S zurück, da sie sich als "leistungsfrei" ansieht, so Otto Zotter vom KSV: "Auf gut Deutsch gesagt, die Versicherung geht von Brandstiftung aus". Damit hat sich - rechtlich und auch von den Verbindlichkeiten her - eine neue "Front" im Insolvenzfall Steiner aufgetan.

Die Pleite der Firmengruppe Steiner mit Zentrale in Ebensee in Oberösterreich ist einer der größten Insolvenzfälle der zweiten Republik. Die Verbindlichkeiten sollen sich, soweit bisher feststeht, auf vier Mrd. S belaufen, die Überschuldung wird mit 1,5 Mrd. S angegeben. Zwei Firmen der Gruppe haben Konkurs angemeldet, zwei weitere streben den Ausgleich an.

19.6.2001 12:02