Unfallserie durch geplatze Firestone-Reifen: 150 Opfer

Der wegen einer Unfallserie in die Schlagzeilen geratene Reifenhersteller Firestone ist am Montag vor einem Gericht in Miami (US-Bundesstaat Florida) auf Schadensersatzzahlungen in Höhe von einer Milliarde Dollar (1,165 Mrd. Euro/16,03 Mrd. S) verklagt worden. Der Kläger Evelio Herrera macht Firestone für den Unfalltod seiner Eltern verantwortlich.
Deren Wagen, ein Ford Explorer, war im Mai vergangenen Jahres nach einem Reifenplatzer auf einer Autobahn verunglückt, zwei weitere Insassen wurden dabei schwer verletzt. Nach Angaben seines Anwalts enthält die Klage auch eine Botschaft an die Konzerne: "Niemand darf den Gewinn über die Sicherheit von Menschen stellen".
In einer Erklärung versicherte das Unternehmen, es nehme jeden Unfall, in dem seine Reifen verwickelt seien, sehr ernst. Ob in diesem Fall der Reifen die Unfallursache gewesen ist, wird Gegenstand des Verfahrens sein. In den letzten Jahren waren eine Reihe der Ford-Geländewagen Explorer, die mit Firestone-Reifen ausgerüstet waren, in tödliche Unfälle verwickelt. Bei der im vergangenen Jahr bekannt gewordenen Unfallserie durch geplatzte Firestone-Reifen könnten nach Einschätzung der US-Verkehrssicherheitsbehörden über 150 Menschen ums Leben gekommen sein.
Ford und Firestone machen sich seit Monaten wegen der Affäre gegenseitig Vorwürfe. Im Mai hatte die Firestone-Mutter Bridgestone die jahrzehntelange Partnerschaft mit Ford in Nordamerika wegen der fortlaufenden Probleme aufgekündigt. Seinerseits hatte Ford erstmals im vergangenen August 6,5 Millionen Reifen zurückrufen lassen. Im Mai kamen dann nochmals 13 Millionen Reifen hinzu. Die Kosten für die Rückrufaktion gehen in die Milliarden.
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