Das befürchtete Chaos blieb allerdings aus

Wegen des gestrigen Pilotenstreiks bei der spanischen Fluggesellschaft Iberia musste ein Viertel der Flüge gestrichen werden. Die rund 28.000 betroffenen Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht oder hatten auf die Reise verzichtet. Auch bei Tyrolean Airways und Lauda Air steht gerade zur Haupturlaubszeit im Juli ein Arbeitsausstand ins Haus.
Die Piloten hatten mit ihrem Streik begonnen, nachdem es am Montag bei Verhandlungen zwischen der Pilotengewerkschaft Sepla und der Firmenleitung über Lohnerhöhungen kein Ergebnis gegeben hatte. Die Piloten verlagen 20 Prozent mehr Gehalt und eine bessere Altersversorgung.
Die Iberia-Piloten wollen bis Ende August an insgesamt zehn Tagen die Arbeit niederlegen. Sie verlangen deutliche Lohnerhöhungen. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE werden am Dienstag infolge des Streiks über 260 Iberia-Flüge abgesagt. Dies sind mehr als ein Drittel der planmäßigen Flüge.
Die 1800 Piloten der früheren Staatslinie sind für Dienstag dazu aufgerufen, für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. In den Monaten Juli und August plant die Pilotengewerkschaft SEPLA neun weitere Streiks von jeweils einem Tag. Vertreter der Tourismusbranche warnten davor, dass der Ausstand den guten Ruf Spaniens als Reiseland in Gefahr bringe.
Nach einer Anordnung des Verkehrsministeriums müssen die Piloten während ihres Ausstandes ein Mindestmaß an Flugverbindungen aufrecht erhalten. Auf den Routen zu den Balearen und den Kanarischen Inseln dürfen danach überhaupt keine Flüge ausfallen. Auf dem spanischen Festland sollen 25 bis 50 Prozent der normalen Flüge angeboten werden. Auf internationalen Routen soll wenigstens eine Maschine in beide Richtungen fliegen.
Die nächsten Pilotenstreiks sind für den 3., 10., 17. und 24. Juli sowie den 6., 13., 20., 27. und 31. August vorgesehen.
Streiks auch bei anderen Fluglinien weltweit
In Österreich wollen Piloten und Bordpersonal bei Tyrolean und Lauda - beides Töchter der teilstaatlichen Austrian Airlines - ab Juli für mehr Lohn sowie eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen die Arbeit niederlegen.
Die französischen Piloten haben inzwischen ihre Streiks schon hinter sich. Im Tausch gegen moderate Gehaltssteigerungen erhielten sie unter anderem die Möglichkeit von Aktienoptionen. Dagegen sitzen die Piloten der Scandinavian Airlines (SAS) noch an einem Tisch mit ihrem Arbeitgeber. Nach Angaben eines SAS-Sprechers verliefen die Tarif- Gespräche bislang "ruhig und gesammelt".
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