Montag, 18. Juni 2001

SPEZIAL: EURO-UMSTELLUNG

Rund ein Fünftel der heimischen Betriebe sind noch nicht auf den Euro vorbereitet. Angeführt wird die Liste der Euro-Muffel von Unternehmen in der Land- und Forstwirtschaft, dicht gefolgt von der Tourismusbranche. 53 Prozent aller ausgewerteten heimischen Betriebe können als "eurofit" bezeichnet werden.

Von 1.160 österreichischen Hotel- und Gastgewerbebetriebe haben 34 Prozent von der ab Jänner 2002 geltenden neuen europäischen Einheitswährung, dem Euro, noch keine Notiz genommen oder noch keine Umstellungsaktivitäten gesetzt. Die heimische Tourismusbranche ist damit laut einer aktuellen Auswertung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) nach der Land- und Forstwirtschaft, die mit 47 Prozent die "Euro-Muffel-Liste" anführt, der am schlechtesten vorbereitete Wirtschaftszweig. Daneben zeigt die Bundesländerauswertung große regionale Unterschiede.

Topfit: Kredit- und Versicherungswesen
Insgesamt haben laut KSV knapp ein Fünftel der ausgewerteten 27.684 heimischen Betriebe noch immer nichts für die Euro-Umstellung unternommen. Dagegen können 53 Prozent der Betriebe als "eurofit" bezeichnet werden. Knapp 28 Prozent befinden sich in der Durchführungsphase. Zu den am besten vorbereiteten Wirtschaftszweigen zählen das Kredit- und Versicherungswesen, wo fast 60 Prozent mit den Vorbereitungen der Umstellung fertig sind, und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen - hier sind sogar über 61 Prozent damit fertig.

Relativ gut vorbereitet sind auch die 4.640 Betriebe der Sachgüterindustrie und die über 10.000 Handelsbetriebe, wo mit 55,8 und 54,5 Prozent ebenfalls mehr als die Hälfte bereits fertig sind. Etwas schlechter sieht es in der Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung (49,7 Prozent), bei den persönlichen Dienstleistungsbetrieben (45 Prozent) und im Bauwesen (44,8 Prozent) aus.

Gut vorbereitet: Wien und Vorarlberg
Die KSV-Auswertung zum Stand der Euro-Umstellung in Österreich ist weiters durch große regionale Unterschiede gekennzeichnet. Nach Bundesländern ausgewertet sind Wien und Vorarlberg zu 64 Prozent mit ihren Vorbereitungen fertig, während in Kärnten 29 Prozent und in Tirol und der Steiermark jeweils 27 Prozent noch gar nicht damit begonnen haben.

Je größer der Umsatz desto besser die Vorbereitung
Eindeutig ist der Zusammenhang zwischen Umsatzhöhe und Vorbereitungsstand: Je größer der Umsatz, desto besser auf den Euro vorbereitet sind die Unternehmen. Bei den großen Unternehmen mit einem Umsatz von über 500 Mill. S (36 Mill. Euro) drei Viertel ihre Vorbereitungen auf den Euro abgeschlossen, bei 21,8 Prozent befinden sie sich in Durchführung und nur 1,4 Prozent haben noch keine Maßnahmen gesetzt. Dagegen haben 38 Prozent der kleinsten Betriebe mit Umsätzen unter 5 Mill. S noch keine Maßnahmen gesetzt und 36 Prozent sind fertig.

Auch zwischen Bonität des Unternehmens und Vorbereitung auf die Euro-Umstellung besteht ein Zusammenhang. In der ersten KSV-Ratingklasse sind 60 Prozent eurofit, in der sechsten Klasse nur 43 Prozent.

18.6.2001 14:19