Montag, 18. Juni 2001

Personalabbau soll Profitabilitätssteigerung bringen

Der börsenotierte Wiener Telekombetreiber CyberTron will in den kommenden Monaten fast die Hälfte seines Personalstands abbauen. Wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, ist geplant, rund 150 Mitarbeiter zu entlassen. CyberTron beschäftigte per Ende des ersten Quartals 2001 382 Mitarbeiter.

Für CyberTron steht im laufenden Geschäftsjahr 2001 nach eigenen Angaben das Ziel der "Profitabilitätssteigerung" und der operative Break-Even an oberster Stelle.

CyberTron hat bei der letzten Pressemitteilung zum ersten Quartal angekündigt, alle Teile des Unternehmens nach Ertragsgesichtspunkten zu durchleuchten. Auf der Umsatzseite umfasse dies die Fokussierung auf ertragsstarke Produkte und Kunden sowie auf der Kostenseite unter anderem eine deutliche Reduktion der Personalkosten.

Im ersten Quartal dieses Jahres hat CyberTron zwar keine schwarzen Zahlen geschrieben, den Ertrag aber bereits deutlich verbessert. Wie berichtet konnte das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von minus 4,1 Mill. Euro auf minus 1,5 Mill. Euro (minus 20,6 Mill. S) verbessert werden. Im vierten Quartal 2000 hatte das EBITDA noch minus 8,8 Mill. Euro betragen.

Abbau im Call Center-Bereich und Netzbauabteilungen
Der Großteil der Mitarbeiter wird im eigenen Call Center abgebaut, da dieses in den kommenden Monaten ausgelagert werden soll, bemerkte CyberTron-Vorstandssprecher Christian Forstner. Der Zielmitarbeiterstand für die kommenden Monate liegt bei rund 150 bis 160 Mitarbeitern.

Zahlreiche Mitarbeiter werden auch im Infrastruktur-Bereich abgebaut, wo bisher rund 70 Mitarbeiter beschäftigt waren, erläuterte Forstner. In der Vergangenheit ist der Aufbau der Netzinfrastruktur im Vordergrund gestanden, jetzt liegt der Schwerpunkt auf dem Anschließen von Kunden. Außerdem führt der Einsatz neuer Softwaretools und die permanente Automatisierung von Unternehmensabläufen zu einer Effizienzsteigerung und damit zu einer Personalreduktion.

Da CyberTron vorwiegend junge Mitarbeiter beschäftigt und beim geplanten Personalabbau fast keine Abfertigungen ins Gewicht fallen, rechnet CyberTron nicht mit einer "außerordentlich hohen Belastung" durch die Mitarbeiterreduktion, so Forstner.

Vorstand soll verkleinert werden
Weiters soll der bisher fünfköpfige CyberTron-Vorstand auf vier Personen verkleinert werden, berichtete Forstner. Der bisherige CyberTron-Vorstand Markus Bauer wechselt als einer der Geschäftsführer in die CyberTron-Tochter CyberTron Software, die für das gesamte Billing verantwortlich ist. Die Vorstandsagenden von Bauer werden von Peter Adler übernommen.

An der Wiener Börse notierte die CyberTron-Aktie heute, Montag, Vormittag mit 4,20 Euro knapp 10 Prozent über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag (3,82 Euro).

18.6.2001 12:27