Freitag, 22. Juni 2001

Alles zum Grand Slam Turnier in Wimbledon

Das Tennisturnier mit der wohl größten Tradition und Faszination wirft seine Schatten voraus. Am kommenden Montag beginnt das Grand Slam Turnier in Wimbledon. Sehen Sie hier, wer von den Österreichern im Hauptbewerb dabei sein wird. Schwartz und Knowle kämpften sich durch die Quali.

Weitere Absagen für Wimbledon
Nicht nur der als Nummer 18 gesetzte Schwede Magnus Norman sagte am Donnerstag seinen Start beim dritten Tennis-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon ab, auch der als Nummer 30 eingestufte Nicolas Lapentti aus Ecuador sowie der Slowake Karol Kucera werden in Wimbledon nicht dabei sein. Auch bei den Damen gab es eine Absage - und die betrifft auch Barbara Schett. Ihre Gegnerin Silvija Talaja aus Kroatien ist nicht am Start, Schett spielt daher gegen die Slowenin Maja Matevzic, die sich in der Qualifikation durchgesetzt hatte.

Knowle und Schwartz im Hauptbewerb
Nach Julian Knowle hat auch Barbara Schwartz (22) die Qualifikation für den Wimbledon-Hauptbewerb geschafft. Die Niederösterreicherin gewann in Roehampton auch ihr drittes und letztes Spiel gegen die Ukrainerin Julia Wakulenko souverän mit 6:2,6:3 und wird wie Barbara Schett und Sylvia Plischke am Hauptbewerb teilnehmen.

Es war freilich mehr als nur ein geschaffte Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier, es war schlicht das Comeback der Barbara Schwartz, die einen bemerkenswerten Leidensweg hinter sich hat. Seit Oktober 1999 (Linz) laborierte sie an einer hartnäckigen Ellbogenverletzung, wurde im Februar vergangenen Jahres erstmals operiert, nach den eher verpatzten Auftritten in Paris und Wimbledon zwei weitere Male. Nun spielt sie mit einem "gerafften" Band sowie einer Plastik aus ihrem rechten Arm im Ellbogen ihrer (linken) Schlaghand.

Und es funktioniert wunderbar. "Ich habe keine Schmerzen mehr, denk nicht mehr daran", freute sich Schwartz über ihren gelungenen Wimbledon-Auftritt. Den sie nicht erwarten durfte, denn nach drei Niederlagen im Hautbewerb (98 bis 2000) hat sie nun ihre ersten Rasen-Matches gewonnen. "Immerhin habe ich ein Jahr nicht gespielt, hatte kaum Punkt- oder Matchpraxis. Aber es ist super gelaufen, ich hätte nicht gedacht, dass es so locker geht", sagte Schwartz und auch Coach Bernd Wetter lobte sie: "Barbara hat die Verletzungspause gut genützt, sich vor allem in der Beweglichkeit und Schnelligkeit verbessert. Sie ist körperlich so gut wie nie zuvor."

Deshalb blickt er dem Turnier auch zuversichtlich entgegen. "Barbara hat durch die drei Siege nicht nur eine optimale Vorbereitung gehabt, sondern auch viel Selbstvertrauen getankt. Ihr Spiel ist zudem für den Rasen ideal. Nicht auszuschließen, dass sie auch im Hauptbewerb für eine Überraschung sorgt." Barbara Schwartz war freilich schon am Donnerstag "total happy." "Ich habe ein sehr hartes Jahr hinter mir und viel gelernt. Ich muss mich aber auch bei meinem Trainer für seine Geduld bedanken. Jetzt starten wir wieder voll durch."

Die Österreicher im Hauptbewerb von Wimbledon

Herren:
Stefan Koubek - Sjeng Schalken (NED/26)
Markus Hipfl - Stephane Huet (FRA)
Julian Knowle (gewinnt in der Qualifikation gegen Paradorn Srichaphan (THA) mit 6:7, 4:6, 6:4, 6:4, 6:3) - Marat Safin (RUS-4)

Herren Doppel:
Knowle / Manta (AUT/SUI) - Balcells / Schalken (ESP/NED)


Damen:
Barbara Schett (21) - Maja Matevzic (SLO)
Sylvia Plischke - Maria Jose Martinez (ESP)
Barbara Schwartz (gewinnt gegen Julia Wakulenko (UKR) in der Qualifikation 6:2, 6:3) - Chanda Rubin (USA-25)

Damen Doppel:
Anke Huber/Barbara Schett (GER/AUT-13) - Barbara Rittner/Maria Alejandra Vento (GER/VEN)
Mandula / Wartusch (HUN/AUT) - Majoli / Nagyova (CRO/SVK)
Bachmann / Schwartz (GER/AUT) - Krizan / Srebotnik (SLO/15)
Plischke / Webb (AUT/CAN) - Ruano Pascual / Suarez (ESP/ARG/2)

22.6.2001 12:52