Saisondebüt am Samstag in Budapest

Steffi Graf: Diashow
Stephanie Graf startet am Samstag beim Leichtathletik-Europacup in Budapest in die Freiluft-Saison. Höhepunkt der diesjährigen Saison: Die VIII. Weltmeisterschaften in Edmonton (3.-12.8.). Und da soll nach Olympia- und WM-Silber endlich die Goldene am Hals baumeln.
Die Olympia- und Hallen-WM-Zweite aus Kärnten tritt in Ungarns Hauptstadt, wo sie 1998 mit EM-Bronze den ersten großen Erfolg gefeiert hat, jedoch nur über 400 m an. Der erste 800-m-Start folgt erst am 29. Juni beim Golden-League-Auftakt in Rom, wo es zum nächsten großen Duell mit Maria Mutola aus Mosambik kommt.
Erster Test in Ungarn
"Die 400 m in Budapest sind ein Training, nicht einmal ein besonders hartes, denn bei harten Einheiten muss ich diese Distanz ja gleich zehn bis 15 Mal laufen", erklärt Graf. "Es geht nur darum wie im Vorjahr eine hohe 53er-Zeit zu laufen, damit ich die Gewissheit habe, dass von der Geschwindigkeit her für Rom alles passt."
Die 28-Jährige hat seit ihrem zweiten Platz bei der Hallen-WM in Lissabon so hart trainiert wie noch nie zuvor. Denn Graf hat zwar mit den beiden Silbermedaillen so viel wie keine andere Läuferin aus Österreich zuvor erreicht, doch die Mathematik- und Italienischstudentin strebt nach dem Höchsten, und das ist im Leistungssport eben Gold. Und in solchen Regionen wird die Luft natürlich sehr dünn.
Bin mit Silber sicher nicht mehr zufrieden
"Ich habe mich selber enorm unter Druck gesetzt und werde in Edmonton sicher nicht mehr mit Silber zufrieden sein", spricht "Österreichs Sportlerin des Jahres 2000" Klartext. "Schließlich habe ich für dieses Ziel alles auf eine Karte gesetzt und im Frühjahr überhaupt nichts mehr auf der Uni gemacht. Mein Tagesablauf besteht nur mehr aus Trainieren, Essen und Schlafen."
Angesichts des Verletzungspechs der Hallen-WM-Dritten Helena Fuchsova und Weltmeisterin Ludmila Formanova (beide Tschechien) dürfte die Freiluft-Saison 2001 wieder ganz im Zeichen des Duells Graf gegen Mutola stehen. Die Kärntnerin, die bereits in Rom ihren ersten Golden-League-Sieg realisieren möchte, sieht zwar die Olympiasiegerin und Hallenweltmeisterin aus Afrika als schärfste Konkurrentin an, verweist aber auch darauf, dass es mit der erst 21-jährigen Kubanerin Zulia Calatayud (Olympia-Sechste) oder den Sloweninnen Jolanda Steblovnik-Ceplak und Brigita Langerholc (Olympia-Vierte) durchaus gefährliche Außenseiterinnen gibt, die in diesen "Zweikampf" eingreifen können.
Die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen
"In der Freiluftsaison ist die Spitze einfach breiter als in der Halle, wo man um zwei Klassen besser sein muss, damit man eine Siegeschance hat. Im Freien kann man bei einer Endzeit von 1:58 Minuten einen taktischen Fehler noch gut machen, in der Halle dagegen nicht mehr. Und deshalb darf man Athletinnen wie Calatayud oder die beiden Sloweninnen nicht unterschätzen."
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