Dienstag, 19. Juni 2001

Armstrong gewinnt Tour de Suisse-Prolog

Lance Armstrong fordert gerichtliche Schritte gegen Willy Voet. "Man muss diesen Mann vor Gericht bringen", sagte der Amerikaner dem am Dienstag den der Tour de Suisse in Rust (GER) gewann. Der ehemalige Festina-Betreuer Voet hatte am Samstag behauptet, er kenne keinen ungedopten Tour-Sieger.

Am Dienstag hat er die erste Etappe der Tour de Suisse gewonnen. Der 29-jährige Amerikaner setzte sich auf dem 7,9 Kilometer langen Prolog in Rust in 9:44,22 Min. sowie 5,13 Sekunden vor dem Franzosen Laurent Jalabert und seinem US-Team-Kollegen Tyler Hamilton (+5,26 Sek) durch. Vierter wurde Wjatscheslaw Jekimow (RUS). Die besten Österreicher landeten auf den Plätzen 25 (Matthias Buxhofer +19,10) und 26 (Georg Totschnig +20.02). Weiters: 31. Peter Luttenberger (23,33), 39. Rene Haselbacher (24,97), 82. Peter Wrolich (34,30), 108. Gerrit Glomser (45,14 ).

"Die Medien geben ihm Glaubwürdigkeit und die Möglichkeit zu reden", beklagte sich Armstrong. "Wenn er so etwas sagt, wird sein Name immer wichtiger. Dann bezahlen sie ihn dafür, dass er ein Buch schreibt, ein Interview gibt oder im Fernsehen auftritt. Voet ist darauf aus, Geld zu machen. Und das kann man nur mit solchen Aussagen", meinte der 29-jährige Texaner. Armstrong sieht jedoch vorerst nur geringe Chancen, gerichtlich gegen Voet vorzugehen. "Seine Aussage ist zu schwammig. Aber sobald er den Namen Lance Armstrong in den Mund nimmt, habe ich ihn am Wickel", begründete er. "Jan Ullrich, ich und alle anderen können Zyniker wie ihn nur schwer kontrollieren. Aber er sollte gut aufpassen", warnte Armstrong.

Italienische Polizei unprofessionell
Heftige Kritik äußerte der vorjährige Tour-Gewinner auch in Richtung italienische Polizei, die mit ihrer Großrazzia während des Giro die Diskussion ausgelöst hat. "Sie haben Hotelzimmer durchsucht, Sachen gefunden, aber ohne zu sagen, was es tatsächlich war. Wenn Sie Vitamin C gefunden haben, haben sie gesagt, sie hätten etwas gefunden, aber sie haben nicht gesagt, was genau. Das ist nicht fair, nicht professionell, nicht demokratisch", urteilte Armstrong.

"Pure Dummheit"
Hart ins Gericht ging er auch mit jenen Rad-Profis, die bei der Polizeiaktion tatsächlich mit Dopingmitteln erwischt wurden: "Natürlich gab es auch Fahrer, bei denen etwas gefunden wurde. Wir brauchen keine Namen zu nennen, wir kennen sie alle", sagte Armstrong. "Für diese Leute gibt es keine Entschuldigung. Das ist pure Dummheit."

Vandenbroucke verzichtet auf die Tour de France
Der Belgier hat sich im Training in der vorigen Woche eine Handverletzung zugezogen. Vandenbroucke damit riskiert, von seinem Arbeitgeber Lampre entlassen zu werden.

19.6.2001 18:47