Gesetz könnte nächstes Jahr in Kraft treten

Belgien will gleichgeschlechtlichen Paaren ab dem kommenden Jahr das Heiraten erlauben. Dies teilte der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt nach einer Kabinettssitzung mit.
Die "Regenbogenkoalition" aus Liberalen, Sozialisten und Umweltparteien stimmten einem Gesetzentwurf zu, der homosexuellen Paaren die gleichen Rechte einräumt wie heterosexuellen Paaren. Ausgenommen sind das Adoptions- und das Abstammungsrecht. Das Projekt soll noch in diesem Jahr vom Parlament verabschiedet werden und könnte Anfang 2002 in Kraft treten.
Belgien wäre dann nach den Niederlanden das zweite europäische Land, in dem homosexuelle Paare vor den Traualtar treten können. "Die Mentalitäten haben sich geändert. Es gibt keinen Grund mehr, Menschen gleichen Geschlechts nicht heiraten zu lassen", hieß es in einer Erklärung des Ministerpräsidenten. Der Entwurf basiert auf den Grundsätzen der Anti-Diskriminierung und der Gleichbehandlung.
Adoption bleibt unmöglich
Einige Unterschiede wird es nach Regierungsangaben auch weiterhin geben. So wird zum Beispiel hinsichtlich der Abstammung bei einem lesbischen Paar nur die biologische Mutter als Elternteil offiziell anerkannt. Zudem sollen homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen. Mit diesem Verbot sollten "mögliche Probleme bei der Anerkennung von Adoptionen im Ausland verhindert werden", erklärte die Regierung. Die an der Koalition beteiligte französischsprachige Sozialistische Partei (PS) und die Grünen setzen sich jedoch für eine weitere Debatte im Parlament über das Adoptionsrecht homosexueller Paare ein.
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