Kämpfe um Aracinovo gehen weiter

Einen Tag nach dem Beginn einer neuen Armeeoffensive gegen die albanischen Rebellen in Mazedonien gehen die Kämpfe im Norden des Landes weiter. Rund um den von den Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) besetzten Ort Aracinovo waren in der Nacht und am Samstagmorgen Schüsse zu hören.
Die mazedonische Armee hatte am Freitag den bestehenden Waffenstillstand gebrochen und das seit dem 8. Juni von den Rebellen besetzte Aracinovo nahe der Hauptstadt Skopje angegriffen. NATO-Generalsekretär George Robertson verurteilte die Wiederaufnahme der Kämpfe als "absolute Dummheit" und appellierte an beide Seiten, die Gefechte einzustellen.
Der Hohe Repräsentant für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, Javier Solana, wurde noch am Samstag erneut in Skopje erwartet, um die Gespräche zwischen den Führern der slawischen und albanischen Parteien wieder in Gang zu bringen. Sofern eine politische Lösung gefunden wird, ist die NATO bereit, rund 3000 Soldaten nach Mazedonien zu entsenden. Sie sollen die Entwaffnung der Rebellen überwachen.
Staatspräsident Boris Trajkovski hat den albanischen Parteien vorgeworfen, mit der UCK gemeinsame Sache zu machen und eine internationale Intervention herbeiführen zu wollen. Trajkovskis Befriedungsplan sieht die Entwaffnung der UCK und eine Amnestie vor, schließt aber eine Föderalisierung des balkanlandes oder ein regionales Autonomiestatut für die Albanergebiete aus. Die albanischen Parteien vertreten den Standpunkt, dass ihre Volksgruppe als Minderheit diskriminiert ist. Die Albaner, die zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bevölkerung des Landes ausmachen und sich als "Bürger zweiter Klasse" fühlen, fordern die Anerkennung als "zweites Staatsvolk", eine ihrem Bevölkerungsanteil entsprechende Berücksichtigung in der staatlichen Verwaltung und die Gleichberechtigung der albanischen Sprache.
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