Bald 15.000 britische Soldaten in Nordirland stationiert

Nach den erneuten gewalttätigen Unruhen in Nordirlands Hauptstadt Belfast hat Großbritannien die Entsendung zusätzlicher Soldaten in die britische Provinz angeordnet. Die 1.600 Soldaten sollten in der kommenden Woche eintreffen, teilte die britische Armee am Freitag mit.
In Belfast hatten sich in der zweiten Nacht in Folge pro-irische und pro-britische Jugendliche gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Dabei seien auch Schüsse auf die Polizei abgegeben worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Insgesamt seien seit Donnerstag 59 Polizisten verletzt worden. Die Sicherheitskräfte hätten am Freitagmorgen wieder Ruhe herstellen können.
Nach der Entsendung der zusätzlichen Truppen wären mehr als 15.000 britische Soldaten in Nordirland stationiert. Die Polizei teilte mit, sie habe zwei Wasserwerfer aus Belgien nach Belfast bringen lassen, wo sie im Falle weiterer Unruhen zum Einsatz kommen könnten.
In der Nacht zum Donnerstag war es in Belfast zu den schwersten Unruhen seit Jahren gekommen. In der darauf folgenden Nacht zum Freitag waren die Zusammenstöße Augenzeugen zufolge weniger heftig. Katholische und protestantische Jugendliche hätten die Polizei jedoch erneut mit Benzinbomben, Steinen, Feuerwerkskörpern und Golfbällen beworfen. 20 Polizisten wurden nach Polizeiangaben am Freitag verletzt. Über die Zahl der Randalierer machte die Polizei keine Angaben. Sie teilte aber mit, es seien "einige große Gruppen" beteiligt gewesen. Drei Personen seien festgenommen worden.
In dem Belfaster Stadtviertel leben Angehörige beider Religionen dicht nebeneinander. Die katholische und pro-irische Minderheit kämpfte in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg für die Unabhängigkeit der Provinz von Großbritannien. Die Unruhen begannen am Dienstag und erreichten einen neuen Höhepunkt, nachdem am Mittwoch Jugendliche Kinder einer katholischen Schule mit Steinen beworfen hatten.
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