Samstag, 23. Juni 2001

Motto: "Berlin stellt sich quer gegen Rechts"

Zehntausende Schwule und Lesben haben sich am Samstag zum traditionellen Christopher Street Day (CSD) in Berlin versammelt. Die vielfach bunt kostümierten Teilnehmer der traditionellen Parade zogen vom Kurfürstendamm Richtung Siegessäule im Tiergarten.

Auf der dortigen Abschlusskundgebung sollte am Abend Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sprechen. Die Demonstration, die zum 23. Mal in Berlin stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto "Berlin stellt sich quer gegen Rechts". Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) kritisierte anlässlich des CSD die ablehnende Haltung Bayerns, Thüringens und Sachsens zur Eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle.

LSVD-Sprecherin Halina Bendkowski erklärte in Berlin: "Mit ihren Verfassungsklagen führen Stoiber, Biedenkopf und Vogel einen Kreuzzug gegen die Rechte von Lesben und Schwulen." Insbesondere der Eilantrag Bayerns gegen das geplante Inkrafttreten am 1. August komme einem Misbrauch des Bundesverfassungsgerichts gleich. "Wir vertrauen darauf, dass sich Karlsruhe gegen diese miesen Tricks wendet", betonte Bendkowski. Meinungsumfragen zufolge befürworte eine Mehrheit der Bundesbürger das von der rot-grünen Koalition beschlossene Partnerschaftsgesetz für Homosexuelle.

Anlässlich der Feiern zum Christopher Street Day treten Homosexuelle seit über 30 Jahren für ihre Rechte ein. Die Aktivitäten gehen zurück auf den Widerstand Schwulen und Lesben gegen die Polizeirazzia in einer New Yorker Szene-Bar im Juni 1969. Auch in einer Reihe anderer deutscher Städte finden in diesem Jahr wieder CSD-Paraden statt.

23.6.2001 19:05