Samstag, 23. Juni 2001

Militär in Saudiarabien in Alarmbereitschaft versetzt

Die USA haben am Freitag ihre Bürger vor einem erhöhten Risiko von Terroranschlägen im Ausland gewarnt. Grund ist ein am Vortag erhobene Anklage gegen Mitglieder der radikal-islamischen Hisbollah-Bewegung.

"Die Regierung der USA stellt fest, dass amerikanische Bürger und Institutionen im Ausland möglicherweise einem erhöhten Risiko von Terroranschlägen extremer Gruppen ausgesetzt sind." Zuvor hatten die USA Angaben aus Regierungskreisen zufolge bereits ihr Militär in der Golf-Region in höchsten Alarmzustand versetzt. Damit habe die Regierung auf eine zwar nicht konkret geäußerte, aber glaubwürdige Drohung reagiert, hieß es.

Im Zusammenhang mit dem Urteil wegen eines Anschlags auf einen Militärstützpunkt in Saudiarabien vor fünf Jahren gebe es keine konkrete Drohung, teilte die US-Regierung mit. In den Regierungskreisen hieß es jedoch, dem US-Geheimdienst lägen Informationen über Pläne von Gruppen vor, die mit dem saudiarabischen Multimillionär Osama bin Laden in Verbindung stünden. Bin Laden soll sich in Afghanistan aufhalten. Die USA verdächtigen ihn, in mehrere Terroranschläge gegen US-Einrichtungen verwickelt gewesen zu sein. "Es liegen uns glaubwürdige Informationen zur Gefahr eines Terroranschlags vor", sagte ein Vertreter. Es gebe jedoch keinen konkreten Hinweis auf ein Ziel oder eine Einrichtung.

Schiffe der 5. US-Kriegsflotte seien angewiesen worden, den Hafen ihres Hauptquartiers in Bahrain zu verlassen, hieß es in den Regierungskreisen. Eine Übung der US-Marine in Jordanien sei zudem frühzeitig beendet worden. Bei dem Anschlag in Saudi-Arabien waren 1996 19 US-Militärangehörige getötet worden. Zuletzt war im Oktober im Jemen auf das US-Kriegsschiff Cole ein Anschlag verübt worden. Dabei kamen 17 US-Soldaten ums Leben.

23.6.2001 09:09