Diskussion über möglichen NATO-Einsatz geht weiter

Die mazedonischen Regierungsstreitkräfte haben am Freitagmorgen Stellungen der albanischen Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) in der Nähe der Hauptstadt Skopje mit Artillerie und Kampfhubschraubern angegriffen. Ziel der Operation waren UCK-Stützpunkte in den Tälern zwischen Aracinovo und Nikustak.
Die Armee setzte automatische Waffen und Hubschrauber ein. Die Detonationen waren noch in der 15 Kilometer entfernten Hauptstadt Skopje zu hören.
Nach Angaben der Rebellen wurden drei Menschen getötet und zehn Personen verletzt. Die mazedonische Armee meldete, drei Soldaten und zwei Polizisten seien verletzt worden. Die Albaner-Rebellen drohten unterdessen mit Vergeltungsschlägen auf die Hauptstadt Skopje und den Flughafen.
Am Tag zuvor hatten die Rebellen den vereinbarten Waffenstillstand im Land gebrochen, nachdem der Friedensdialog kurzfristig ausgesetzt worden war. Sie griffen nach Armeeangaben an mehreren Stellen an, darunter auch im Dorf Radusa. Dieser Ort ist von strategisch wichtiger Bedeutung, weil er für die UCK-Rebellen Bindeglied zwischen dem Nordwesten um Tetovo und dem Norden um Kumanovo ist.
Solana um politische Lösung bemüht
EU-Außenkoordinator Javier Solana äußerte sich am Donnerstagabend nach Gesprächen mit Spitzenpolitikern optimistisch über die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung im Msazedonienkonflikt. Die Kontakte zwischen Albanern und Mazedoniern sollten fortgesetzt werden. Er schloss nicht aus, am Wochenende zu neuen Vermittlungsbemühungen in die Region zurückzukehren.
Wenig hoffnungsvoll über die Chancen einer politischen Lösung zeigte sich dagegen der mazedonische Ministerpräsident Ljubco Georgievski. Die wäre aber die Voraussetzung für den NATO-Einsatz zur Entwaffnung der Rebellen.
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