Temelin-Konflikt spitzt sich neuerlich zu

Die österreichische Botschaft in Prag hat der tschechischen Regierung die Stellungnahme der Bundesregierung zur tschechischen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das AKW Temelin überreicht. Darin wurde festgehalten, dass die Inbetriebnahme Temelins unter den gegenwärtigen Marktverhältnissen keine ökonomischen Vorteile brächte.
"Schon jetzt gibt es zuviel Strom, um den Strom Temelins in Tschechien und europaweit zu einem vernünftigen Preis anzubringen", sagte der Sektionschef des Umweltministeriums, Ernst Streeruwitz, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien.
"Wenn die ökonomischen und ökologischen Aspekte betrachtet werden, ist die Bilanz der Nichtinbetriebnahme von Temelin auf jeden Fall positiv", sagte der Sektionschef. Es gebe das ökonomische Risiko ungeklärter Zusatzkosten. Allein im sicherheitstechnischen Bereich seien Nachrüstungserfordernisse eruiert worden, deren Kosten zwischen einer und vier Mrd. Kronen (29,5 Mill. Euro/406 Mill. S und117,9 Mill. Euro/1,62 Mrd. S) betragen könnten, hieß es in der österreichischen Stellungnahme.
Atomgegner planen illegale Aktionen gegen Temelin
Der Konflikt rund um das südböhmische Atomkraftwerk Temelin spitzte sich am Donnerstag einmal mehr zu. Für Sonntag geplante Grenzblockaden in Oberösterreich wurden von den zuständigen Bezirkhauptmannschaften untersagt. Die Atomgegner kündigen jetzt illegale Aktionen als "Notwehrmaßnahmen" an. Umweltminister Wilhelm Molterer gab ebenfalls am Donnerstag bekannt, dass er die oberösterreichischen Atomgegner für kommende Woche zu einem Gespräch einladen werde, allerdings erst nach dem umstrittenen UVP-Hearing am Dienstag. Temelin-Gegner nennen das eine "Provokation".
Alle großen Anti-Atomgruppierungen Oberösterreichs hatten für kommenden Sonntag von 17.00 bis 24.00 Uhr Totalblockaden der Grenzübergänge Wullowitz und Weigetschlag in Oberösterreich geplant. Es wurde offiziell um Genehmigung angesucht, die zuständigen Bezirkshauptmannschaften untersagten die Totalblockaden aber, weil der freie Personen- und Warenverkehr gewährleistet bleiben müsse. Das Angebot, einen Fahrstreifen frei zu halten, lehnten die Atomgegner ab. Ein Teil von ihnen kündigt daraufhin an, am Sonntag illegal die Grenzen zu blockieren.
Josef Pühringer von der Plattform gegen Atomgefahr sagte: "Die Grenzblockaden sind eine letzte Notwehraktion, um das UVP-Hearing am kommenden Dienstag in Wien zu verhindern, wenn man uns dazu zwingt, werden wir eben illegal blockieren". Die Plattform rufe die Bevölkerung auf, in jedem Fall zu den Grenzen zu kommen und an der Blockade teilzunehmen.
Familiendrama in St. Pölten11:25
Bub ringt mit dem TodKlinik: Zustand nach Kopfschuss "sehr, sehr kritisch". Scheidung als Auslöser der Bluttat?
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
