Mittwoch, 20. Juni 2001

Mehr als 20 Millionen im eigenen Land vertrieben

Die Zahl der Menschen, die vor Kriegswirren und Verfolgung in andere Länder flüchten, hat nach einer amerikanischen Studie in den vergangenen zwei Jahren um eine Million zugenommen. Insgesamt seien heute weltweit mehr als 14,5 Millionen Menschen auf der Flucht, berichtete das amerikanische Komitee für Flüchtlinge am Dienstag in Washington.

Gleichzeitig ging die finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen, die sich um Flüchtlinge kümmerten, immer mehr zurück.

Allein im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Flüchtlinge nach Angaben der Organisation um 460.000. Viele seien durch die Konflikte in Afghanistan, Angola und der Demokratischen Republik Kongo über die Landesgrenzen getrieben worden. Zusätzlich seien zwischen 20 Millionen und 24 Millionen Menschen in ihren eigenen Ländern vertrieben, heißt es im Jahresbericht der Organisation. Die Hälfte davon lebe im Sudan, in Angola, Kolumbien, Kongo, Burma und Sierra Leone. Größere Vertriebenengruppen befänden sich auch in der Türkei, Indonesien, im Irak, in Burundi und Sri Lanka.

Allein dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf fehlten 100 Millionen Dollar (116,8 Mill. Euro/1,61 Mrd. S) für die Versorgung der Menschen, hieß es in dem Bericht. "Der Rückgang der Spenden ist ein weiterer Schlag für die Flüchtlinge, die das Trauma der Flucht aus ihrer Heimat überlebt haben", sagte Jeff Drumtra vom Komitee für Flüchtlinge.

20.6.2001 10:35