Dienstag, 19. Juni 2001

Auch Politiker ergreifen die Flucht

Die Zahl der Toten bei Unruhen im Nordosten Indiens wegen der Grenzziehung zwischen zwei Unionssstaaten ist auf 13 gestiegen. Alle wichtigen Politiker von Regierung und Opposition flohen aus Imphal, der Hauptstadt von Manipur.

Indiens Regierungschef Atal Behari Vajpayee versuchte am Dienstag, die Demonstranten zu beruhigen. Die Grenzen von Manipur und dem benachbarten Bundesstaat Nagaland würden nicht verändert, sagte Vajpayee nach Berichten von indischen Medien.

Die indische Zentralregierung hatte einen Waffenstillstand mit der Separatistengruppe NSCN-IM im Bundesstaat Nagaland verlängert und sie auch auf Regionen in den Nachbarbundesstaaten ausgedehnt, in denen Angehörige des Nagavolkes leben. Die NSCN-IM fordert einen größeres Nagaland, zu dem auch Teile von Manipur und anderen Bundesstaaten gehören würden.

Die Demonstranten in Manipur sahen die Ausweitung der Waffenruhe als Zeichen, dass die Zentralregierung einlenken und ihren Bundesstaat verkleinern könnte. Bei Protesten waren am Montag das Regionalparlament und Regierungsgebäude in Brand gesteckt worden. Die Polizei schoss auf die Demonstranten und tötete 13 Menschen.

19.6.2001 15:47